Nach der Finanzkrise Sparkassenverband warnt vor neuen Blasen

Stand: 24.05.2011 15:47 Uhr

Panorama des Bankenviertels in Frankfurt am Main
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Was läuft anders in den Frankfurter Banktürmen seit der Finanzkrise? Nicht viel, meinen zumindest die Sparkassen.

Viele Banken hätten nicht ausreichend aus der Finanzkrise gelernt. Mit diesem Vorwurf meldete sich der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, zu Wort. "Wir erleben, dass große Banken seit der Finanzmarktkrise nicht kleiner, sondern immer größer werden und sich wieder stärker von der realen Wirtschaft entfernen", sagte Haasis auf dem Ostdeutschen Sparkassentag in Potsdam. Das schaffe neue Risiken, die unter Kontrolle gehalten werden müssten.

Es sei sichtbar, dass viele Marktteilnehmer aus der Krise nicht ausreichend gelernt hätten, fügte Haasis hinzu. Nur ein Prozent der weltweiten Devisen-Transaktionen etwa gehe auf realwirtschaftliche Vorgänge zurück. "Die inzwischen wieder zunehmende Entfernung von Teilen der Finanzwirtschaft von realen Wirtschaftsvorgängen beinhaltet die Gefahr von neuen Finanzblasen", sagte Haasis.

Regulierung nach Risiko

Bei der Regulierung der Finanzmärkte müsse stärker Größe und Risikoneigung von Banken berücksichtigt werden. Wer gefährlich handele, müsse eigene Vorsorge betreiben und regulatorische Begrenzungen akzeptieren. "Regional ausgerichtete Institute mit vergleichsweise risikoarmen Geschäftsmodellen dürfen dagegen nicht immer weiter belastet werden", verlangte Haasis. Zugleich sprach sich Haasis dafür aus, den Handel mit besonders risikoreichen Finanzprodukten transparenter zu gestalten und notfalls einzuschränken.

Die Sparkassen, die oft vor allem in der Förderung des regionalen Mittelstandes und kleiner Unternehmen aktiv sind, setzen sich dafür ein, bei der Vorsorge für künftige Finanzkrisen wie durch die deutsche Bankenabgabe weniger einzahlen zu müssen als Privatbanken, die ein stärkeres Investmentgeschäft betreiben. In der Finanzkrise waren neben den Privatbanken aber auch eine Reihe von Landesbanken in den Strudel geraten, weil sie zu große Risiken eingegangen waren und sich kräftig verspekuliert hatten.

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