ICE-Modell vor Börsentafel

Konzernchef Grube korrigiert Pläne Auch Bahn will nicht vor 2013 an die Börse

Stand: 09.08.2009 13:18 Uhr

Der neue Bahnchef Rüdiger Grube ist aufgrund der Finanzkrise von Plänen für eine schnelle Teilprivatisierung der Deutschen Bahn abgerückt. "Vor 2013 oder 2014 wird es wohl keinen Börsengang geben, das gibt der Kapitalmarkt nicht her", sagte er dem "Spiegel". Der Börsengang sei schließlich kein Selbstzweck, sondern solle Geld für künftige Investitionen einspielen. "Die Bahn darf jedenfalls nicht unter Wert verkauft werden, auch nicht Teile davon", erklärte Grube.

Auch Bund schließt Börsengang vor 2013 aus

Noch im Mai hatte der Bahnchef kurz nach Amtsantritt einen deutlich früheren Börsengang in Aussicht gestellt. "Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise macht der Gang an die Börse derzeit keinen Sinn. Wenn es 2010 oder 2011 hoffentlich wieder bergauf geht, sieht das aber anders aus", hatte Grube damals gesagt. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatte jedoch deutlich gemacht, dass die Bundesregierung einen Börsengang der Deutschen Bahn zumindest bis zum Jahr 2013 ausschließe.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte, dass Grube auch nach 100 Tagen im Amt wie sein Vorgänger Hartmut Mehdorn am Börsengang festhalte. "Aber ich habe das Gefühl, dass er im Gegensatz zu Hartmut Mehdorn erkannt hat, dass die Entscheidung darüber nicht Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden ist, sondern der Politik", sagte der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann der Nachrichtenagentur dpa.

Grube kündigt Bahn-Gewinne an

Bahnchef Rüdiger Grube
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Grube erwartet trotz Rezession einen Konzerngewinn.

Grube stellte unterdessen klar, dass die Deutsche Bahn trotz der Wirtschaftskrise im laufenden Jahr Gewinn machen werde. Trotz eines Umsatzeinbruchs von 25 Prozent im Bereich Transport und Logistik werde der Konzern im ersten Halbjahr schwarze Zahlen schreiben. Der Halbjahresbericht mit den genauen Zahlen wird am 20. August offiziell vorgestellt.

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