Automobilindustrie Aufschwung

Boom in Asien - Rückgang in Europa Weltautomarkt konnte 2010 deutlich zulegen

Stand: 14.01.2011 13:00 Uhr

Der Boom vor allem in Asien hat im vergangenen Jahr für einen kräftigen Zuwachs beim weltweiten Autoabsatz gesorgt. Insgesamt wurden mehr als 61,7 Millionen Pkw verkauft. Das war im Vergleich zum Krisenjahr 2009 ein Plus von zwölf Prozent, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Das internationale Geschäft habe sich damit deutlich schneller erholt als erwartet.

Tata Nano
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Insbesondere in Indien nahm die Zahl der Autokäufe massiv zu.

Nach VDA-Angaben waren 2010 vor allem Brasilien, Russland, Indien und China sowie der US-Markt die Wachstumstreiber. So legte der Autoabsatz in China um mehr als ein Drittel auf fast 11,3 Millionen Autos zu. In Indien stiegen die Verkäufe um 31 Prozent auf 2,4 Millionen Fahrzeuge. Mit einem Absatzplus von fast elf Prozent auf 3,3 Millionen Fahrzeuge lag Brasilien laut VDA erstmals vor dem deutschen Markt.

2009 war der Weltmarkt im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise noch um drei Prozent geschrumpft. Vor allem in den USA und Osteuropa war der Absatz eingebrochen.

Rückgang in Europa – Zuwachs in Deutschland

Abwrackprämie
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Die Abwrackprämie von 2009 verursachte Verwerfungen in der Statistik.

In Europa ging die Zahl der Neuzulassungen im vergangenen Jahr jedoch um 5,5 Prozent auf 13,36 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der europäische Branchenverband ACEA berichtete. Verantwortlich für den Rückgang war unter anderem das Minus auf dem größtem Automarkt Deutschland, wo die Neuzulassungen um 23 Prozent niedriger ausfielen als 2009. Damals hatte die Verschrottungsprämie noch für ein kräftiges Zulassungsplus gesorgt, was die Statistik nun stark verzerrt.

Allerdings hat sich der Abwärtstrend in Europa nach ACEA-Angaben im Dezember verlangsamt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sei die Zahl der neu zugelassenen Autos um 3,2 Prozent auf 1,01 Millionen Stück gefallen.

Deutsche kauften zum Jahresende mehr Autos

Stark war im Dezember die Nachfrage in Deutschland - die Zahl der Neuzulassungen stieg um knapp sieben Prozent auf 230.371 Autos. In anderen großen Ländern wie Frankreich (minus 0,7 Prozent), Großbritannien (minus 18,0), Italien (minus 21,7) und Spanien (minus 23,9 Prozent) ging die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge auch im Dezember zurück. Über das gesamte Jahr 2010 gehörte Deutschland allerdings zu einem der schwächsten Märkte: Die Zahl der Neuzulassungen sank um 23,4 Prozent auf 2,92 Millionen Stück.

VW baut Marktführerschaft in Europa aus

VW Amarok
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VW ist weiter Marktführer in Europa.

Unter den Marken konnte der Marktführer VW seine Vormachtstellung behaupten. Der Marktanteil der Wolfsburger legte auf 21,2 (Vorjahr: 21,1) Prozent zu. Die beiden Verfolger aus Frankreich, PSA und Renault, konnten den Abstand jedoch etwas verringern. PSA kam mit seinen Marken Peugeot und Citroen auf einen Anteil von 13,5 (13,1 Prozent). Renault konnte seinen Anteil an den Neuzulassungen um einen Prozentpunkt auf 10,4 Prozent erhöhen

Im laufenden Jahr stehen die Zeichen weltweit weiter auf Wachstum. So rechnet Europas größter Autobauer Volkswagen mit einer Steigerung des Gesamtmarktes von fünf Prozent.

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