Autohersteller mit dramatischen Absatzeinbußen Das Ende des Jahres war der Anfang der Krise

Stand: 15.01.2009 11:57 Uhr

Neuwagen vor einem Werk in Köln
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Der Autoabsatz in Europa sank auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Wie von der Branche befürchtet, ist der Pkw-Markt in Europa im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen. Vor allem das vierte Quartal sei extrem schwach gewesen, wie der Verband der Europäischen Autohersteller (ACEA) mitteilte. In Westeuropa seien im Vergleich zum Vorjahr von Oktober bis Dezember 19,3 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft worden.

Die Zahl der neu zugelassenen Pkw sei im ganzen Jahr um 7,8 Prozent auf 14,7 Millionen gesunken. Das war der tiefste Stand seit 1993. 2007 waren noch fast 16 Millionen Autos neu zugelassen worden. In Deutschland sank die Nachfrage um rund zwei Prozent.

Dezember mit Minus-Rekorden

Besonders folgenschwer war den Angaben zufolge der Dezember. Im letzten Monat des Jahres sank der Absatz europaweit. Besonders deutlich waren die Rückgänge im letzten Monat des Jahres in Irland mit einem Minus von 49,9 Prozent, Spanien mit einem Rückgang von 21,2 Prozent und Großbritannien mit einer Verringerung von 15,8 Prozent. In Deutschland belief sich das Minus auf 6,6 Prozent.

Deutsche Hersteller können Marktanteile halten

Die deutschen Hersteller konnten ihren Marktanteil in Europa allerdings um einen halben Prozentpunkt auf über 47 Prozent ausbauen. Der Marktanteil der VW-Gruppe stieg 2008 nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) auf 20,4 Prozent nach 19,5 Prozent im Vorjahr. Der Daimler-Marktanteil habe sich von 5,5 auf 5,7 Prozent verbessert. Das laufende Jahr steht für die deutschen Hersteller zwar im Zeichen eines stark in Mitleidenschaft gezogenen Verbrauchervertrauens, doch dürften sie auf der anderen Seite stark vom Konjunkturpaket der Regierung und anderen von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen profitieren.

Profitieren die Hersteller vom Konjunkturpaket II?

Als Teil des in dieser Woche vorgestellten Konjunkturpakets erhalten Fahrzeughalter eine Abwrackprämie von 2500 Euro, wenn sie ihren alten Wagen stilllegen und ein neues Auto kaufen. Experten rechnen damit, dass dies die Zahl der Neuzulassungen um bis zu 300.000 erhöhen könnte. Zudem will die Regierung die Kfz-Steuer bis zum Sommer in eine emissionsabhängige Steuer umwandeln, was den Kauf von Neuwagen gleichfalls attraktiver macht. Außerdem hat die Bundesregierung dazu beigetragen, dass die EU ihre Klimaschutzforderungen an die Kfz-Industrie so modifiziert, dass die deutschen Hersteller nicht ganz so hart betroffen sind wie zuvor befürchtet.

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