Arbeitssuchende stehen vor einer Agentur für Arbeit | dpa

Aufschwung im Oktober Arbeitslosenzahl sinkt auf Jahrestief

Stand: 30.10.2013 12:34 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Oktober auf den niedrigsten Stand seit knapp einem Jahr gesunken. Sie fiel auf 2,801 Millionen - das sind 48.000 weniger als im September, aber 48.000 mehr als im Oktober 2012, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte.

Die Herbstbelebung sei diesmal schwächer als üblich ausgefallen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Daher habe es nur einen moderaten Rückgang gegeben. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich von 6,6 auf 6,5 Prozent. Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl überraschend um 2000 zum Vormonat.

"Geringere Vermittlungschancen"

Weise sieht derzeit keine Dynamik am deutschen Arbeitsmarkt. Beschäftigte hätten damit ein geringes Risiko, ihre Arbeit zu verlieren. Doch "gleichzeitig sind die Vermittlungschancen für Arbeitslose geringer geworden", sagte er. Ein stabiler Arbeitsmarkt sei zwar gut, "aber ein dynamischer Arbeitsmarkt muss unser Ziel sein", ergänzte er.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im September erstmals seit der Wiedervereinigung über die Marke von 42 Millionen geklettert ist. Sie erhöhte sich demnach im Vergleich zum Vorjahresmonat um 250.000 oder 0,6 Prozent auf rund 42,1 Millionen. Die Bundesregierung sagt für 2014 voraus, dass diese Marke erstmals auch im Jahresschnitt erreicht wird.

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Die Arbeitsmarktzahlen im Oktober 2013

Weniger neue Lehrverträge

Auch vom Ausbildungsstellenmarkt gibt es neue Zahlen. Laut BA gibt es in diesem Jahr mehr Jugendliche ohne Lehrstelle als vor einem Jahr. Derzeit sind demnach noch 21.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Das sind 5400 oder rund vier Prozent mehr als im Oktober 2012. "Es ist schwieriger geworden, Bewerber und Ausbildungsstellen zusammenzubringen", sagte BA-Vorstand Raimund Becker.

Während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze bis zum 30. September um 2,4 Prozent auf 504.500 sank, blieb die Zahl der Bewerber mit 561.200 nahezu konstant. Auf eine betriebliche Ausbildungsstelle kommen statistisch gesehen rund 1,2 Bewerber. Gleichzeitig waren noch 33.500 Stellen unbesetzt - etwa aus Mangel an geeigneten Interessenten.