Josef Ackermann im Bericht aus Berlin

Deutsche-Bank-Chef im "Bericht aus Berlin" "Wir müssen Griechenland im Euro behalten"

Stand: 06.11.2011 19:35 Uhr

Als "wichtigen großen" Schritt hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland bezeichnet. Nun müsse dem Land geholfen werden, seine Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Im "Bericht aus Berlin" forderte Ackermann "eine Art Marshall-Plan für Griechenland".

"Ganz dramatisches Ergebnis"

An einen Austritt des Landes aus dem Euro mochte er gar nicht denken. "Das ist eine Lösung, die man gar nicht andenken sollte. Das wäre ein ganz dramatisches Ergebnis", sagte er. "Wir müssen Griechenland im Euro behalten." Er gab sich zuversichtlich, dass in Kürze eine Übergangsregierung gebildet werde, die die politische Krise des Landes beende.

Am gefährlichsten sei die Gefahr einer Ansteckung auf andere Länder. Die italienische Regierung habe die Lösung aber selbst in der Hand. "Italien ist ein reiches Land", sagte der Deutsche-Bank-Chef. Das Land müsse endlich seinen Haushalt in Ordnung bringen.

Finger weg von Goldreserven der Bundesbank!

Weiterhin sprach sich Ackermann zwar dafür aus, die Finanzkraft des Rettungsfonds deutlich zu stärken. Er warnte aber zugleich davor, die Goldreserven der Bundesbank dafür anzuzapfen. Er sprach sich allerdings strikt gegen Pläne aus, die Währungsreserven einzelner Länder für die Euro-Rettung zu verpfänden. "Das ist verständlich, das würde ich aber verheerend finden." Aus den Reihen der G20 hatte es einen entsprechenden Vorschlag gegeben.

Dementi des Regierungssprechers

Regierungssprecher Steffen Seibert sah derweil keinen Anlass über die Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland zu spekulieren. "Die deutschen Goldreserven waren überhaupt kein Thema auf dem G20 Gipfel in Cannes", sagte er dem ARD-Hauptstadtstudio. Es sei "allein die unabhängige Bundesbank, die über die Goldreserven verfügen kann". Auch beim Eurogruppentreffen in Brüssel geht es laut Seibert nicht um die deutschen Goldreserven. Es gehe vielmehr darum, den europäischen Rettungsschirm möglichst wirkungsvoll zu nutzen.