Nachfrage übersteigt ursprüngliches Budget deutlich Mehr als eine Million Anträge auf Abwrackprämie

Stand: 01.04.2009 21:28 Uhr

Mit einem alten Golf wirbt ein Autohändler für die Abwrackpramie
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Ungewöhnliche Werbung - wie hier vor einem Autohaus - ist eigentlich unnötig: Derzeit gibt es einen Ansturm auf die Abwrackprämie.

Die Nachfrage nach der Abwrackprämie für Altautos übersteigt das ursprünglich von der Bundesregierung vorgesehene Budget bei weitem. Insgesamt lägen mittlerweile mehr als eine Million Anträge und Reservierungen für die Prämie vor, teilte das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit. Die 1,5 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket II reichen nur für 600.000 Fahrzeuge. Die Bundesregierung will den Topf allerdings so weit aufstocken, dass er bis zum Jahresende reicht.

Fünfstellige Zahl von Anträgen innerhalb von Stunden

Seit Mitte Januar haben sich bereits 443.000 Autokäufer die Prämie gesichert. Seit Einführung des neuen Antragsverfahrens zu Wochenbeginn hätten sich weitere 500.252 Autokäufer die Abwrackprämie reserviert, teilte das BAFA mit. Allein am Mittwoch gingen erneut Hunderttausende Anträge ein. Stündlich kämen rund 20.000 Reservierungen über das Internet hinzu. "Es geht rasant weiter. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass so viele Anträge noch ausstehen", so BAFA-Sprecher Holger Beutel.

Bis Ende März konnte die Prämie erst nach der Zulassung des Neuwagens schriftlich beantragt werden. Nach dem neuen Verfahren muss sie nach dem Autokauf über die Internetseite des BAFA reserviert werden. Das Formular ist unter www.ump.bafa.de zu finden. Am Montag war die Seite wegen technischer Probleme allerdings oft nicht zu erreichen. Die Probleme sind noch immer nicht völlig behoben. BAFA-Sprecher Beutel verteidigte trotz der Probleme die Umstellung des Verfahrens: Allein für das Öffnen von zum Beispiel 400.000 Briefen seien nach Hochrechnungen des Amtes 6000 Arbeitsstunden notwendig. Dies falle nun bei den neuen Online-Anträgen weg.

Ford verzeichnet Boom bei Kleinwagen

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Verkauft sich derzeit bestens: Der Ford-Kleinwagen Fiesta

Von der Prämie, die in erster Linie die Kunjunktur ankurbeln soll, profitieren die deutschen Autohersteller höchst unterschiedlich. Hersteller im oberen Preissegment - wie BMW oder Mercedes - haben davon wenig, der Absatz von Kleinwagen steigt hingegen deutlich. So verzeichnete Ford dank der Prämie im ersten Quartal 2009 mit einem Plus von 64,8 Prozent einen historischen Nachfrageboom. Die Umweltprämie habe vor allem zahlreiche Bestellungen für die Kleinwagenmodelle Ka, Fiesta und Fusion ausgelöst, so ein Ford-Sprecher.

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