Mit einer sogenannten Kreisberegnung wird ein Weizenfeld bewässert | Bildquelle: dpa

Ernteeinbußen befürchtet Es bleibt "knochentrocken"

Stand: 30.06.2018 10:45 Uhr

Angesichts der anhaltenden Dürre in manchen Regionen sprechen Meteorologen inzwischen von "katastrophalen Ausmaßen". Vor allem für die Bauern ist Trockenheit Grund zu immer größerer Besorgnis.

Keine Regenwolke am Himmel, so weit das Auge reicht. Für die Bauern vor allem im Norden und im Osten Deutschlands ist die schon seit Wochen andauernde Trockenheit Grund zu immer größerer Besorgnis. Vor allem beim Getreide drohen Ernteausfälle.

Man könne mit ähnlichen Einbußen wie im Jahr 2003 rechnen, sagte Harald Maier, Agrarmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Das wäre dann etwa ein Viertel weniger Ertrag. Bei anderen Nutzpflanzen sei die Entwicklung noch nicht so absehbar.

In der vorläufigen Bilanz für den Juni hatte der DWD bereits von "katastrophalen Ausmaßen" in einigen Regionen gesprochen. Wegen der überdurchschnittlich warmen Witterung war das Getreide auf den Feldern sehr schnell gewachsen - und hohe Getreidehalme bedeuten nicht große Körner. Für Zuckerrüben sieht es derzeit noch besser aus. "Aber auch die können sehr stark leiden, wenn es weiterhin trocken bleibt", erklärte Maier.

Die Luftaufnahme aus einem Flugzeug zeigt Trockenschäden auf einem Getreidefeld in Südniedersachsen | Bildquelle: dpa
galerie

Die Luftaufnahme zeigt Trockenschäden auf Getreidefeldern in Südniedersachsen.

Einige Schädlinge lieben die Trockenheit

Problematisch ist die anhaltende Trockenheit auch für Wälder. In Teilen Niedersachsens und Brandenburgs gilt schon seit Wochen die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe, nun soll auch für Unterfranken gewarnt werden. Ein großes Problem sei der Borkenkäfer, sagte Maier. Er fliege vor allem Bäume an, die stark unter Dürre leiden. Das gelte vor allem für Fichten.

Auch auf Feldern müsse mit einer stärkeren Ausbreitung mancher Schädlinge wie etwa der Schwarzen Bohnenlaus oder dem Kartoffelkäfer gerechnet werden. Eine gute Nachricht gibt es aber: "Durch die Trockenheit konnten sich Pilzkrankheiten weniger gut ausbreiten."

Pilze bevorzugen feuchte Bedingungen. Die wird es auch in der kommenden Woche deutschlandweit nicht geben. "Es bleibt knochentrocken", sagte Andreas Friedrich, Pressesprecher des DWD. Diesmal dürfte das auch für die Südhälfte Deutschlands gelten, wo es im Mai und Juni schwülheiß mit zahlreichen Gewittern und Starkregen war. Nicht so in der kommenden Woche. Stattdessen: extrem niedrige Luftfeuchtigkeit von zum Teil nur 20 bis 30 Prozent.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Juni 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: