Die Interviewer beim TV-Duell: Frank Plasberg, Peter Limbourg, Maybrit Illner, Peter Kloeppel
Interview

Interview mit Moderator Frank Plasberg zum TV-Duell "In den Denk-Schubladen aufräumen"

Stand: 12.09.2009 14:27 Uhr

Das TV-Duell von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier wird eine "Sauerstoffzufuhr für den Wahlkampf" - verspricht Frank Plasberg. Er stellt für die ARD heute Abend die Fragen. Für den Wähler sei die Sendung "eine gute Möglichkeit, die eigenen Urteile und Vorurteile zu überprüfen", so Plasberg im Interview. 

wahl.tagesschau.de: Welche Wirkung wird das Kanzlerduell haben?

Frank Plasberg: Ich erwarte mir eine Sauerstoffzufuhr für den Wahlkampf. Bisher sitzen die beiden Kontrahenten ja zusammen im Kabinett mehr oder weniger einträchtig beieinander. Im Kanzlerduell müssen Sie sich voneinander abgrenzen, deutlicher in die Auseinandersetzung gehen. Darauf freue ich mich.

wahl.tagesschau.de: Wird das Duell die Entscheidung der Wähler beeinflussen?

Plasberg: Das denke ich schon. Es ist für jeden eine gute Möglichkeit, die eigenen Urteile und Vorurteile zu überprüfen. Die Auseinandersetzung wird viele Menschen dazu anregen, sich stärker zu informieren, mehr Zeitung zu lesen und auch mal in den Parteiprogrammen zu blättern. Somit kann das Duell durchaus die Entscheidung der Wähler beeinflussen.

wahl.tagesschau.de: Wie gehen Sie damit um?

Plasberg: Ich bin selbst gespannt auf die Antworten der beiden Kandidaten. Auch für mich ist es eine schöne Möglichkeit, dass auch in meinen Denk-Schubladen einmal richtig aufgeräumt wird.

Die Interviewer beim TV-Duell: Frank Plasberg, Peter Limbourg, Maybrit Illner, Peter Kloeppel

Die Interviewer beim TV-Duell: Frank Plasberg, Peter Limbourg, Maybrit Illner, Peter Kloeppel (von links nach rechts).

wahl.tagesschau.de: Welche Bereiche abseits der großen Themen werden Sie ansprechen?

Plasberg: Dazu werden Sie am Sonntag ab 20.30 Uhr mehr erfahren.

wahl.tagesschau.de: Wie bereiten Sie sich auf das Kanzlerduell vor?

Plasberg: Zusammen mit Peter Limbourg. Wir sind ja vier Moderatoren, die in zwei Zweierteams zusammenarbeiten. Das ist bestimmt nicht ideal, aber da es das einzige Duell der beiden Spitzenkandidaten ist, wurde es halt so festgelegt. Da haben wir auch die Themen aufgeteilt, so dass wir hier keine Doppelarbeit machen müssen. Insgesamt wollen wir erreichen, dass das Duell etwas luftiger wird, auch mehr Raum für Nachfragen bietet. Das macht es lebendiger und spannender.

wahl.tagesschau.de: Sie sind für klare Fragen und starke Nachfragen bekannt. Schränken die Regeln Sie ein?

Plasberg: Ein Kandidatenduell ist keine "hart aber fair"-Sendung. So ist vereinbart, dass sich beide Kandidaten zu jedem großen Themenblock in einem Eingangsstatement erst einmal 90 Sekunden äußern dürfen, ohne unterbrochen zu werden. Vor allem aber liegt es am Charakter der Veranstaltung. Die Moderatoren stehen nicht im Mittelpunkt. Wir sind Dienstleister der Zuschauer, die Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier kennen lernen wollen.

wahl.tagesschau.de: Ist das ein Höhepunkt Ihrer Karriere?

Plasberg: Fragen Sie mich das nach der Sendung noch mal. Klar ist, dass da von außen viel Druck aufgebaut ist, der auch auf uns als Moderatoren lastet. Aber ich bin sicher, dass wir ein spannendes Duell erleben werden.

Das Interview führte Bodo Scheffels, WDR.de