Schlusslicht

Trump telefoniert und reckt dabei den Daumen nach oben. | Bildquelle: REUTERS

Existenz des Weihnachtsmanns Trump findet Glauben an Santa "grenzwertig"

Stand: 25.12.2018 17:59 Uhr

Alle Jahre wieder: Kinder in den USA rufen bei einer Hotline an, um zu fragen, wo sich der Weihnachtsmann gerade befindet. Am anderen Ende: Präsident Trump. Aber dessen Botschaft ist nicht froh.

Von Maiken Nielsen, tagesschau.de

Zweifel sind in der Regel Trumps Sache nicht. Der oberste Nordkoreaner Kim Jong Un ein Diktator? Quatsch, Kim sei eine "großartige Persönlichkeit und sehr smart", urteilte der Chef im Weißen Haus. Ähnlich wenig ließ sich der US-Präsident in seinem Glauben an den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erschüttern. Den Journalisten Khashoggi zersägen zu lassen - das könne er nicht befohlen haben, schließlich sei Saudi-Arabien ein "enger Partner" der USA.

Doch nun ließ Trump durchblicken, dass man bei einigen Figuren der Weltgeschichte durchaus skeptisch sein dürfte - und säte Zweifel am Weihnachtsmann.

Ungewöhnliche Gesprächswendung

"Hallo, ist das Coleman? Fröhliche Weihnachten", begann Trump den Plausch mit einem Siebenjährigen, der die aktuelle Position von Santa über eine Hotline zu erfragen suchte - und dabei auf den US-Präsidenten stieß.

"Wie geht es dir?", wollte Trump wissen, der gemeinsam mit Ehegespons Melania beim traditionellen Weihnachtsmann-Radar die Anrufe von Kindern entgegennahm. "Wie alt bist du?", fragte er noch, bevor er das Gespräch in eine ungewöhnliche Richtung lenkte. "Glaubst du noch an den Weihnachtsmann? Weil mit sieben Jahren ist das grenzwertig, richtig?", sagte er.

Melania und Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Bestärken Kinder in ihrem Weihnachtsglauben bei der Santa-Hotline (oder auch nicht): US-Präsidentenpaar Melania und Donald Trump.

Ob der kindliche Anrufer diese Einschätzung teilte und ob er das präsidiale Lachen mit einer ähnlich frohen Gemütsregung quittierte, ist nicht überliefert - aufgezeichnet wurde nur der Teil der Unterhaltung, der im Weißen Haus stattfand.

Unchristliche Zweifel wichen hernach auch wieder präsidialen Gewissheiten, etwa jenen nach der Notwendigkeit einer Mauer. Das geplante Bauwerk im Süden der USA ist verantwortlich für den Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern. Der daraus resultierende Shutdown über Weihnachten und Silvester ist noch grenzwertiger als der Kinderglaube an den Weihnachtsmann, könnten Zweifler befinden. Aber das steht auf einem anderen Blatt, hallelujah.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 25. und 26. Dezember 2018 in den Nachrichten.

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