Bildergalerie: Alexander Gerst - einmal ISS und zurück

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Alexander Gerst - einmal ISS und zurück

Astronaut Alexander Gerst formt kurz vor Start seiner Weltraummission mit seinen Händen ein Herz.

Am 6. Juni 2018 startete Alexander Gerst zu seiner zweiten Mission auf der Internationalen Raumstation ISS. Hier ist er im Bus zu sehen, der ihn zum Start der Sojus-Rakete in Baikonur brachte. | Bildquelle: REUTERS

Astronaut Alexander Gerst formt kurz vor Start seiner Weltraummission mit seinen Händen ein Herz.

Am 6. Juni 2018 startete Alexander Gerst zu seiner zweiten Mission auf der Internationalen Raumstation ISS. Hier ist er im Bus zu sehen, der ihn zum Start der Sojus-Rakete in Baikonur brachte.

60 Jahre Nasa - Sojusrakete auf dem Weg zur ISS mit Alexander Gerst an Bord

Gemeinsam mit der Astronautin Serena Auñón-Chancellor und dem Kosmonauten Sergej Prokopjew flog Gerst mit einer Sojus-Rakete zur ISS. Seine Mission dauerte 197 Tage und damit etwas länger als zum Zeitpunkt des Starts geplant.

Gruppenbild der ISS-Crew

Am 8. Juni wurden Gerst, Auñón-Chancellor und Prokopjew auf der ISS von der dortigen Crew empfangen. Die US-Astronauten Andrew Feustel und Richard Arnold sowie der russischen Kosmonauten Oleg Artjemjew trugen zur Feier des Tages blau-weiße Hawaiihemden.  Etwa zwei Stunden zuvor hatte die Kapsel "Sojus MS-09" an der ISS angedockt.

Alexander Gerst auf der ISS

Gerst schwebt hier zu seinem zweitem Langzeitaufenthalt auf der Raumstation. Bereits 2014 hatte er 165 Tage im All verbracht - damals wurde er als Astro-Alex populär.

Blick ins Innere der ISS

Am 14. Juni - und damit nicht einmal eine Woche nach seiner Ankunft auf der ISS - half Gerst bei einem Außeneinsatz von US-Astronauten. Er unterstützte seine beiden Kollegen Drew Feustel und Ricky Arnold bei siebenstündigen Wartungsarbeiten im freien Weltall. Sie montierten hochauflösende Kameras, die künftig beim Andocken neuer US-Raumkapseln zum Einsatz kommen sollen. Auf seine zweite Weltraumission hatte sich Gerst rund zweieinhalb Jahre in den USA, Russland und Deutschland vorbereitet.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst schwebt in der ISS

Auch Putzen gehört zu den Aufgaben der Besatzung der ISS. Einmal wöchentlich mindestens. Auch dies setzten Gerst und die Europäische Weltraumagentur ESA öffentlichkeitswirksam in Szene, wie hier am 28. Juli.

Fotos von der ISS: Das Rheintal.

Auch bei seiner zweiten Mission machte Gerst beeindruckende Fotos von der Erde. "Schockierender Anblick. Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte", schrieb er am 6. August unter das Foto vom Rheinland, das er auf flickr veröffentlichte.

Alexander Gerst steuert Roboter von ISS aus

Auf seiner Mission arbeitete Gerst auch mit dem humanoiden Roboter "Rollin' Justin" im Deutschen Raumfahrtzentrum DLR. Diesen steuerte er am 17. August mit einem Tablet von der ISS aus. "Justin" befand sich dabei in einer simulierten Marsumgebung im DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen. Humanoide Roboter könnten bei künftigen Mond- oder Marsmissionen wichtige Aufgaben übernehmen. Durch das Projekt soll nachgewiesen werden, dass robotische "Kollegen" der Raumfahrer auf entfernten Himmelskörpern eingesetzt werden können, um mit ihrer Hilfe dort womöglich Kolonien zu errichten.

Sojus-Kapsel dockt an der ISS an

Am 30. August gab es an Bord einen Zwischenfall mit Folgen. Die an der ISS angedockte Sojus-Raumkapsel, mit der Gerst zur Erde zurückkehren soll, wurde beschädigt. Infolge des etwa zwei Millimeter großen Lecks kam es zu einem Druckabfall auf der Station. Die Besatzung fand die Stelle rasch und dichtete das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch ab. Für Gerst und die anderen an Bord habe keine Gefahr bestanden, hieß es danach. Wenige Tage später erklärte die russische Raumfahrtbehörde, dass eine unsachgemäße Bohrung den Schaden verursacht habe. Unklar blieb aber, ob dies beim Bau der Kapsel oder durch ein Besatzungsmitglied geschehen sei.

Merkel spricht mit Alexander Gerst

Immer wieder führte Gerst vom Weltraum aus Gespräche mit der Erde - mit Kindern, mit den Tagesthemen und am 5. September mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er wurde beim Empfang der Preisträger des Bundeswettbewerbs "Jugend forscht 2018" zugeschaltet.

Alexander Gerst übernimmt Kommando auf ISS

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde Gerst am 3. Oktober Kommandant der ISS. Er war der erste Deutsche und der zweite Europäer in dieser Funktion. "Wir sind erst am Beginn der Erkundung des Weltalls", sagte Gerst während der Übergabezeremonie. Er löste den US-Austronauten Drew Feustel (links vorne) ab.

Die Raumkapsel Soyuz MS-08 landet in Kasachstan

Einen Tag später, am 4. Oktober, kehrten Dres Feustel, Ricky Arnold und Oleg Artemjew zur Erde zurück und landeten in der kasachischen Steppe. Damit waren nur noch Gerst, Auñón-Chancellor und Prokopjew an Bord der ISS.

Start des Raumschiffs Sojus MS-10 auf der Startrampe des russischen Kosmodroms Baikonur (Kasachstan).

Die erwartete Ablösung entkam eine Woche später nur knapp einer Katastrophe. Der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague sollten die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS verstärken. Am 11. Oktober versagte aber die Sojus-FG-Rakete rund zwei Minuten nach dem Start in Kasachstan. Die Raumkapsel wurde abgesprengt. Mit Hilfe des Notsystems landeten die beiden rund 450 Kilometer vom Startplatz entfernt. Erste Analysen zeigten, dass sich eine der vier Starthilfsraketen nicht von der ersten Stufe getrennt hatte. Der Grund dafür war aber zunächst unklar, sodass bis zum Ende der Untersuchung alle Sojus-Starts abgesagt wurden. Gerst zeigte sich erleichtert über die Rettung seiner Kollegen. Der Zwischenfall beeinflusste aber auch die weitere Mission. Seine eigentlich für den 19. und am 25. Oktober geplanten Weltraumspaziergänge wurden abgesagt, weil ihm der dafür vorgesehene Partner Nick Hague aus den USA fehlte.

Ein von ESA-Astronaut Alexander Gerst auf Twitter verbreitetes Foto von der Crew der Internationalen Raumstation ISS sendet Grüße zu Halloween.

Zwischendurch blieb auch Zeit für Scherze: Die ISS-Crew feierte am 31. Oktober Halloween. Gerst war als Darth Vader verkleidet. Links ist Sergej Prokopjew als Elvis, rechts Serena Auñón-Chancellor zu sehen.

Roskosmos-Pressekonferenz

Am 1. November, drei Wochen nach dem missglückten Sojus-Start, stellte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos auf einer Pressekonferenz die Untersuchungsergebnisse vor. Ein defekter Sensor habe die Panne verursacht. Der sei beim Zusammenbau der Trägerrakete vom Typ Sojus-FG am Weltraumbahnhof Baikonur beschädigt worden, weil "nicht die vorgeschriebenen Werkzeuge verwendet" worden seien. Es handle sich also nicht um einen Konstruktionsfehler. Die bemannten Sojus-Flüge wurden daraufhin wieder aufgenommen. Als Termin für den Start der nächsten Crew wurde der 3. Dezember festgelegt. Planmäßig und ohne Zwischenfälle erreichten an diesem Tag dann daraufhin Nasa-Astronautin Anne McClain, der Kanadier David Saint-Jacques und der russische Kosmonaut Oleg Kononenko die ISS. Auch für Alexander Gerst wurde ein neuer Termin für die Rückkehr zur Erde bekannt gegeben: Statt am 13. Dezember solle er am 20. Dezember wieder landen.

Alexander Gerst Cimon

Am 15. November nahm Alexander Gerst "Cimon" in Betrieb. Es handelt sich dabei um den ersten Fliegenden und autonom agierenden Astronautenassistenten mit einer künstlichen Intelligenz. Er kann mit seinen Kameras, Sensoren, Mikrofonen und Prozessoren nicht nur "sehen", "hören", "verstehen" und "sprechen" - er kann auch vielfältige Informationen sowie Experiment- und Reparaturanleitungen darstellen und erklären.

Astronaut Alexander Gerst formt kurz vor Start seiner Weltraummission mit seinen Händen ein Herz.

Alexander Gerst war nicht nur der erste deutsche Kommandant auf der ISS. Rechnet man seine beiden Missionen zusammen, ist er auch derjenige Deutsche, der die längste Zeit im All war. Schon an 8. Dezember brach er den bisherigen Rekord seines Kollegen Thomas Reiter, der 350 Tage im All verbrachte. Nach seiner Rückkehr am 20. Dezember

kononenko beim Außeneinsatz

Am 11. Dezember untersuchten die Kosmonauten Kononeko und Prokopjew bei einem schwierigen Außeneinsatz das geheimnisvolle Leck an der angedockten Sojus-Kapsel, das am 30. August entdeckt worden war und einen Druckabfall verursacht hatte. Mit einem Messer öffneten sie die Schutzhülle des Raumfahrzeugs und entnahmen Proben. Um den Grund für den Riss untersuchen zu können, der von der russischen Raumfahrtbehörde als "klein, aber gefährlich" eingestuft wurde, bringt Gerst auf seinem Rückflug wichtige Beweisstücke mit zur Erde. Das Leck liegt an einer schwer zugänglichen Stelle des sogenannten Orbitalmoduls der Sojus. Die Raumfahrer nutzen es zum Ankoppeln an die ISS und zum Durchstieg in die Station. Das Modul wird beim Rückflug abgesprengt und verglüht leer im All, sodass es nicht als Ganzes auf der Erde untersucht werden kann.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, links, mit seinen beiden Kollegen Serena Auñón-Chancellor, rechts, und Sergej Prokopjew

Zurück auf der Erde: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, links, mit seinen beiden Kollegen Serena Auñón-Chancellor, rechts, und Sergej Prokopjew nach der Landung am 20. Dezember in der kasachischen Steppe.

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