Das geschredderte Kunstwerk von Banksy bei Sotheby's | REUTERS

Geschreddertes Kunstwerk Ein neuer Banksy

Stand: 12.10.2018 11:42 Uhr

Wirklich unglücklich scheint niemand über das bei einer Auktion geschredderte Banksy-Bild zu sein: Die Käuferin bestätigt den Kauf - und das Auktionshaus feiert ein "neues Kunstwerk".

Auch wenn es nur noch Schnipsel sind: Die Käuferin hat es am Ende offenbar nicht gestört. Das bei einer Auktion geschredderte Kunstwerk des Street-Art-Künstlers Banksy ist trotzdem erfolgreich verkauft worden. Die Käuferin sei eine "europäische Sammlerin und langjährige Kundin", teilte das Auktionshaus Sotheby's mit - sie nehme es auch zerschreddert an. Günstiger wurde es auch nicht: Sie will den vollen Preis - umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro - auch bezahlen.

Die Auktion des Werks "Girl with Balloon" in der vergangenen Woche hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Unmittelbar nach dem Verkauf schaltete sich ein im Rahmen versteckter Schredder ein und zerschnitt das Kunstwerk. Banksy, dessen wahre Identität unbekannt ist, stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmarkt dar.

Kunstwerk wird präsentiert

Mit dieser Kritik kann aber wohl auch Sotheby's gut leben. Dort wird das zerstörte Bild als "erstes Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstand", gefeiert. Banksy habe in der Auktion kein Kunstwerk zerstört, sondern eines geschaffen, sagte Alex Branczik von Sotheby's. Das neue Kunstwerk soll nun am 13. und 14. Oktober in den Räumen von Sotheby's in London präsentiert werden.

Und die Käuferin? "Als das Werk geschreddert wurde, war ich zunächst geschockt," wird sie in einer Mitteilung des Auktionshauses zitiert, "doch allmählich fing ich an zu realisieren, dass ich an mein eigenes Stück Kunstgeschichte gelangt war."  

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 12. Oktober 2018 um 00:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Zundelheiner 12.10.2018 • 19:55 Uhr

Zitat (frei nach) V. Pisper...

"...und wenn sie etwas nicht verstehen, halten sie es für Kunst..."