Jahresrückblick 1967 Supermächte

Jahresrückblick 1967 Der Blick auf die Supermächte

Stand: 10.12.2010 12:56 Uhr

Die US-Armee geht mit den Gefahren des Vietnam-Krieges auf eigene Art und Weise um. Die zukünftigen GIs werden im Härtetraining auf eine mögliche Gefangenschaft vorbereitet.

Auf Hawaii erwarten Soldatenehefrauen ihre Männer, die dem Grauen für einige Urlaubstage entfliehen dürfen.

Auch in den USA selbst wird der Krieg spürbar. Die Särge der Getöteten werden in ihre Heimat geflogen.

Erneute Verhandlungen enden ohne Ergebnis. Präsident Johnson bekräftigt den Willen zur Suche nach einem ehrenhaften Frieden, trotzdem würden die USA ihre Pflicht in Vietnam erfüllen.

Auf den Straßen der USA marschieren Menschen in Massen-Anti-Kriegsdemonstrationen, ohne jedoch die Regierenden zu erreichen. Die Unzufriedenheit wächst und aus den friedlichen Demonstrationen werden aufrührerische Protestkundgebungen und radikale Akte der Gehorsamsverweigerung.

In rund 50 amerikanischen Städten kommt es zu Rassenunruhen, Plünderungen, Brandstiftungen und Schiessereien. In Detroit müssen die Nationalgarde und Fallschirmjäger die Ruhe wieder herstellen. In den Vierteln der Schwarzen ist die Armut groß. Mit Gewalt versuchen die Menschen, die soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung zu erzwingen. Erste Waffengefechte zwischen Armee und Heckenschützen wecken in der weißen Mittelschicht die Angst vor einer kommunistischen Verschwörung.

Von einigen Bürgern wird ein noch härteres Durchgreifen gefordert, andere plädieren für eine Änderung der sozialen Zustände im Land.

Im amerikanischen Glassboro treffen inmitten der Nahostkrise der sowjetische Ministerpräsident Kossygin und US-Präsident Johnson zusammen. Nach zwei Verhandlungstagen sind die Ergebnisse mager, der Frieden zwischen den Supermächten kommt nicht voran.

Trotz der Ereignisse leben die meisten Amerikaner ohne große Sorgen. Die US-Wirtschaft floriert und die leichten Inflationstendenzen werden kaum wahrgenommen.

In diesem Jahr überschreitet die Bevölkerungszahl der USA die 200-Millionen-Grenze. Nur in der Sowjetunion leben mehr Menschen.

Die Distanz zwischen den Großmächten führt dazu, dass beide Seiten besser über Dritte entscheiden können.

50. Geburtstag der Sowjetunion

In der Sowjetunion feiert man den 50. Geburtstag. In Paraden demonstriert das Militär seine Stärke. Alle inneren Auseinandersetzungen gelten mit dem Jubiläum als beendet. Moskau möchte seinen Bürgern soziale Sicherheit und revolutionäres Feuer bieten. An diesem schmalen Grat verschärft sich Moskaus Verhältnis zu Peking weiter.

Kulturrevolution in China

In China versucht Mao Tse-tung seine Kulturrevolution mit dem Slogan "Revolution und Produktion" auf die Wirtschaft auszudehnen. Doch es kommt zu Unruhe in den Provinzen, als Studenten, radikale Arbeiter und Mao-treue Funktionäre die etablierten Führungskräfte in der Wirtschaft als bourgeoise Reaktionäre anprangern. Um die politische Zukunft Chinas zu sichern und die Kulturrevolution voranzutreiben beginnt Mao eine neue Offensive der Revolution.

Zunächst von der Kulturrevolution betroffen ist Hongkong. Agitatoren schlagen Kapital aus den Lebensbedingungen der einfachen Arbeiter. Es kommt zu Tumulten. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wird die diplomatische Vertretung Großbritanniens. In London wird die Bewegungsfreiheit chinesischer Diplomaten eingeschränkt, daraufhin protestieren diese gegen den britischen Imperialismus.