Jahresrückblick 1962 Krisen in Indien und Kuba

Stand: 06.12.2010 17:19 Uhr

Im Oktober dringen rotchinesische Gruppen gewaltsam in indisches Gebiet am Himalaya vor. Erst nach mehreren Wochen kann die indische Armee die chinesischen Truppen stoppen. Tausende Bewohner der Grenzregion müssen fliehen. Die indische Bevölkerung demonstriert heftig gegen den unerwarteten Angriff, da sie auf eine diplomatische Lösung des Konflikts vertraut hatte.

Zehntausende Inder melden sich freiwillig zum Militär. Ende November stellt China überraschend das Feuer ein und räumt einen Teil des besetzten Gebiets. Bisher lehnt Neu-Delhi Verhandlungen ab und nimmt Waffenlieferungen aus dem Westen dankbar an.

Kuba-Krise

Nach der Verhängung eines US-Handelsembargos gegen Kuba sagt die Sowjetunion dem Land die Versorgung mit Waffen und militärischen Ausbildern zu. Auf die Aussage des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, die USA würden mit allen Mitteln gewaltsame Aktionen Kubas verhindern, warnt die Sowjetunion die USA vor einem Angriff gegen Kuba. Dies würde den Dritten Weltkrieg auslösen, so der Kreml.

Amerikanische Aufklärungsmaschinen entdecken sowjetische Raketenstellungen auf Kuba. Sie sind nur etwa 150 Kilometer vom US-amerikanischen Festland entfernt. Selbst als der amerikanischen Regierung die Luftaufnahmen der auf Kuba stationierten weitreichenden sowjetischen Raketen vorliegen, beharrt der sowjetische Außenminister, Andrei A. Gromyko, darauf, dass es sich um gelagerte Defensivwaffen handle. Kennedy entscheidet sich in dieser Situation gegen eine Invasion oder einen Luftangriff auf Kuba, veranlasst aber eine Seeblockade.

Erst nach Einschaltung des UN-Generalsekretärs Sithu U Thant und einem Friedensappell des Papstes Johannes XXIII. ordnet Kremlchef Nikita S. Chruschtschow den Abbau und Rücktransport sowjetischer Angriffswaffen auf Kuba an. Trotzdem ist die Kuba-Krise damit noch nicht beendet.

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