Krokusse wachsen durch eine Schneedecke | picture alliance / blickwinkel/M

Wetterwechsel in Deutschland Schnee adé - es wird wärmer

Stand: 16.02.2021 14:35 Uhr

Mit Schlittenfahren ist fast überall Schluss: Die Kältewelle in Deutschland geht zu Ende. Noch herrscht stellenweise Glättegefahr, aber die Situation entspannt sich. Die Temperaturen sollen frühlingshaft ansteigen.

Schmuddelwetter statt weißer Winterpracht, außerdem wird es fast schon frühlingshaft mild: Ein Atlantiktief bringt Deutschland deutlich wärmere Temperaturen und lässt den Schnee schmelzen. Nachdem es am Vormittag vor allem im Osten noch einmal glatt wurde, soll sich die Situation auf den Straßen im Tagesverlauf entspannen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach vorhersagte.

Demnach ist es heute wechselnd bis stark bewölkt, von der Nordsee bis nach Thüringen gibt es etwas Regen, der im Laufe des Nachmittags nachlässt. Die Höchstwerte klettern auf 7 bis 10 Grad. Im Westen und Südwesten können es sogar milde 14 Grad werden. In der Nacht zum Mittwoch kommt von Westen her Regen auf, im Südosten sowie in den Mittelgebirgen herrscht erneut Glatteisgefahr. Im Osten und Südosten sinken die Werte auf bis zu minus 3 Grad, sonst liegen sie bei 2 bis 7 Grad. Am Mittwoch gibt es anfangs an den Alpen und von der Ostsee bis nach Niederbayern zeitweise Regen. Am Nachmittag ist es meist trocken und südlich der Donau teils auch länger sonnig. Die Temperaturen liegen zwischen 5 Grad im Nordosten und 13 Grad entlang des Rheins.

Spiegelglatte Straßen

Kurz vor dem Ende der Kältewelle in Deutschland gab es vor allem in der Nordhälfte Deutschlands noch einmal zahlreiche wetterbedingte Verkehrsunfälle. In Niedersachsen kam es besonders im Landkreis Göttingen "in kürzester Zeit zu einer massiven Anzahl an Verkehrsunfällen", sagte ein Polizeisprecher. An insgesamt zehn Unfällen seien sechszehn Autos beteiligt gewesen. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

In Schleswig-Holstein wurde die Polizei in Lübeck und den Kreisen Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und Stormarn am Montagabend und frühen Morgen zu mehr als 40 wetterbedingten Einsätzen gerufen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Einige Autos seien in einen Graben gerutscht oder von der Straße abgekommen. Im brandenburgischen Kreis Oberhavel wurde ein Polizist bei einem Autounfall auf der A10 verletzt: Er hatte am Montagabend nach einem glättebedingten Lkw-Unfall Absperrungen entfernt und wurde dabei von dem Wagen erfasst.

In Kiel und Magdeburg mussten die Verkehrsgesellschaft den Verkehr zeitweise einstellen, nachdem Eisregen die Straßen spiegelglatt gemacht hatte. Und im niedersächsischen Landkreis Gifhorn fiel wegen extremer Glätte der Präsenzunterricht an den Schulen aus.

Das Eis schmilzt

Extrem gefährlich bleibt das Betreten von Eisflächen: Einige Stunden, nachdem er beim Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen Weiher in Baden-Württemberg eingebrochen war, starb laut Polizei ein 29 Jahre alter Mann im Krankenhaus. Der junge Mann war am Montagnachmittag auf dem Weiher bei Ravensburg rund 50 Meter vom Ufer entfernt Schlittschuhlaufen, als das Eis unter ihm nachgab.

Ein 60 Jahre alter Mann wollte dem jungen Mann helfen und brach dabei selbst ein. Passanten zogen den verunglückten Helfer ans Ufer. Der 29-Jährige wurde erst von einem Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Wasser geholt und dann in ein Krankenhaus gebracht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Februar 2021 um 11:05 Uhr.