Eine vertrocknete Sonnenblume lässt auf einem Feld in Sachsen ihren Kopf hängen.  | Bildquelle: dpa

Wetterbilanz 2019 Ein Rekordsommer mit Folgen

Stand: 30.12.2019 11:43 Uhr

2019 war in Deutschland das wohl drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Am wärmsten war es in zwei Großstädten - vor allem für ältere Menschen und Kinder ist dies gefährlich.

Von Sebastian Kisters, HR

In Frankfurt am Main und Köln liegen die wärmsten Flecken Deutschlands: 12,3 Grad betrug dort in diesem Jahr die Durchschnittstemperatur. Zum Vergleich: Die jährliche Durchschnittstemperatur Deutschlands liegt bei 8,2 Grad - ermittelt wurde sie in den Jahren 1961 bis 1990.

Wärmster Ort der Republik: Das ist ein Titel, der kein Grund für eine Party ist. Vor allem Menschen in Ballungsräumen ächzten 2019 unter Hitzewellen.

Zum Beispiel im Juli: "An gleich 14 Stationen wurde der alte deutsche Rekord von 40,3 Grad überschritten", sagt ARD-Meteorologe Tim Staeger. "Betroffen sind vor allem die urbanen Zentren. In den Innenstädten heizt es sich über mehrere Tage auf. In den Nächten kühlt es nur wenig ab. Das geht stark auf den Kreislauf." Dies sei vor allem für ältere Menschen und Kinder eine gefährliche Situation. "In den nächsten Jahren wird das häufiger werden", ist Staeger überzeugt.

2019 drittwärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
tagesschau 20:00 Uhr, 30.12.2019, Sebastian Kisters, HR

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Ein Paradies für Waldschädlinge

Die vom Deutschen Wetterdienst für Deutschland berechnete Jahresdurchschnittstemperatur liegt 2019 bei 10,2 Grad. Damit war dieses Jahr wohl das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881.

Der Titel "Trockenster Ort 2019" geht in diesem Jahr an Erfurt. Doch ausbleibender Niederschlag - vor allem im Sommer - war an vielen Orten spürbar. Besonders betroffen davon waren die Wälder. Der Wassermangel hindert Nadelbäume daran, Harz herzustellen, um sich gegen eindringende Borkenkäfer zu wehren. So bescherte 2019 den Schädlingen wieder paradiesische Zustände.

Ein Borkenkäfer bewegt sich in seinem Gangsystem unterhalb der Rinde. | Bildquelle: dpa
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Die Schädlinge nutzen die große Trockenheit - ein Borkenkäfer bewegt sich in seinem Gangsystem unterhalb der Rinde. (Archiv)

Zu wenig Regen und die sommerliche Hitze, das schadet mittlerweile aber auch vielen Buchen. Stefan Nowack, der für den Landesbetrieb Hessen Forst die Wälder beobachtet, sagt: "Normalerweise haben wir 0,3 bis 0,5 Prozent absterbende Bäume im Wald. Jetzt liegen wir bei zwei Prozent. Das ist ein Wert, den wir so noch nicht kannten."

"Tiefere Schichten deutlich zu trocken"

Das Jahr 2019 war zu trocken. Daran ändern auch Niederschläge der vergangenen Wochen nichts mehr. "Die oberen Bodenschichten sind aktuell gesättigt. Aber die tieferen Schichten sind noch deutlich zu trocken. Vor allem in Sachsen, im südlichen Brandenburg und auch in Teilen Bayerns", sagt Staeger.

Neun der zehn wärmsten Jahre lagen nun nach dem Jahr 2000. Der Erwärmungstrend setze sich auch in Deutschland fort.

Jubel an der Küste

Die deutschen Küstenorte gehören derzeit zu Gewinnern dieser Entwicklung. In einem sonnigen Sommer buchen viele Menschen den nächsten Urlaub an Nord- oder Ostsee, andere könnten sonst ja schneller sein.

"Wir haben die Unternehmen gefragt: Wie sieht es aus für das kommende Jahr? 75 Prozent sagen: Wir gehen von einer stabilen oder besseren Lage aus", sagt Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes in Mecklenburg-Vorpommern. Das sei ein sehr guter Wert.

Urlauber spiegeln sich vor der Seebrücke in Ahlbeck in einer Wasserfläche. (August 2019) | Bildquelle: dpa
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Für die deutschen Küstenorte sorgen Sonnenschein und hohe Temperaturen für einen Buchungsboom - wohl auch hier in in Ahlbeck in Mecklenburg-Vorpommern.

2121 Sonnenstunden in Rheinfelden

Der sonnigste Ort der Republik lag in diesem Jahr allerdings im äußersten Südwesten: Rheinfelden in Baden-Württemberg kam bis heute auf 2121 Sonnenstunden.

2018 war der Berliner Stadtteil Berlin-Dahlem noch Deutschlands Platz Nummer 1 an der Sonne. Am wenigsten sonnig war es in dieses Jahr an der Wetterstation Wittmundhafen in Ostfriesland mit 1430 Sonnenstunden. Insgesamt war 2019 das viertsonnigste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

"2019 war super"

So gab es auch am nördlichsten Weinberg Deutschlands wieder eine gute Ernte - auf Sylt.

Winzer Christian Ress: "2019 war super. Zum zweiten Mal in Folge eine Ernte von mehr als 1000 Litern. Was für diese kleine Fläche ein Erfolg ist. Es läuft gut."

Im Wein liegt die Wahrheit: Es ist wärmer geworden in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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