Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Nur vereinzelt fahren Autos auf einer zugeschneiten Straße. | dpa

Wintereinbruch Es schneit weiter

Stand: 07.02.2021 22:01 Uhr

Schnee, Glätte und heftiger Wind haben den Verkehr in Teilen Deutschlands lahmgelegt. Und es läuft noch nicht wieder rund: Im Fernverkehr gibt es weiterhin Einschränkungen und Meteorologen erwarten mehr Schneefall.

Schnee und Glatteis haben in Teilen Deutschlands zu Unfällen, Straßensperrungen und Zugausfällen geführt - und noch gibt es keine Entwarnung.

In der Mitte und im Norden brachten 30 Zentimeter Neuschnee und meterhohe Verwehungen viele Räumdienste an ihre Grenzen. Lastwagen blieben liegen, Autobahnen durften wegen Glatteis zeitweise nicht mehr befahren werden. Der Bahnverkehr kam in zahlreichen Regionen ganz zum Erliegen. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Unfälle, Staus und Sperrungen

Nach Polizeiangaben gab es allein in NRW seit Samstagnachmittag 222 Unfälle aufgrund des Wetters. Dabei seien zwei Menschen schwer und 26 leicht verletzt worden. Heftige Schneeverwehungen sorgten für Probleme auf den Autobahnen. Einige Strecken waren gesperrt, anderswo ging es langsam voran. Weil starker Wind immer neuen Schnee auf die Fahrbahn wehte, kamen die Räumfahrzeuge nicht hinterher. Auf vielen Autobahnen, vor allem im Münsterland, in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet, kam es nach Angaben der Verkehrszentrale NRW zu Staus und Verzögerungen. In Wuppertal blieb die Schwebebahn stehen. Die Feuerwehr befreite sechs Menschen aus einem Wagen. Mehrere Städte und Kreise in NRW stellten zudem den Busverkehr ein - etwa Münster und Dortmund.

Straßenbahnen bleiben liegen

Auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen gab es Schwierigkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In Magdeburg und Leipzig blieben Straßenbahnen liegen. Ein Sprecher der Magdeburger Verkehrsbetriebe sagte der ARD: "Das Problem sind vor allem die Schneemassen und der Wind dazu." Nach dem Räumen würden Straßen und Schienen innerhalb kürzester Zeit wieder zugeweht. Auf zahlreichen Straßen in Sachsen-Anhalt kam es zu Sperrungen.

In Niedersachsen gab es im Tagesverlauf ebenfalls heftigen Schneefall. Die Autobahnpolizei teilte mit, dass Räum- und Streufahrzeuge der Autobahnmeistereien im südlichen Niedersachsen verstärkt im Einsatz seien. In der Nacht zum Montag soll der Schneefall in Niedersachsen zunächst nachlassen - es wird aber erwartet, dass in den Morgenstunden von Süden her neue Flocken aufziehen. In einem Gebiet ab Göttingen und weiter gen Norden werde es dann erneut fünf bis 15 Zentimeter Neuschnee - verteilt über etwa acht Stunden - geben, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). "Es wird dort zu Verkehrsbehinderungen kommen." Das unwetterbedingte Lastwagen-Fahrverbot auf den Autobahnen in Westfalen und Teilen Niedersachsens wird bis Montagmittag um 12.00 Uhr ausgeweitet.

Zugausfälle bei der Bahn

Im Fernverkehr der Bahn gab es wegen der heftigen Schneefälle größere Einschränkungen. Züge verkehrten nicht zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie Hamburg und Hannover, teilte die Deutsche Bahn mit. Auch zwischen Hamburg und Berlin kam es zu Einschränkungen. Ebenfalls nicht vom Fernverkehr angefahren wurde die Region Leipzig/Halle. Die verschärfte Wetterlage sorgte außerdem im Bahnknoten Erfurt für Einschränkungen. Auch der Fernverkehr zwischen Berlin und Frankfurt am Main über Braunschweig/Kassel wurde eingestellt, gleiches gilt für die Abschnitte zwischen Berlin, Hannover und Dortmund/Köln. Auch zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie Hamburg und Westerland fuhren keine Züge. Der Fernverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden wurde ebenfalls bis auf Weiteres eingestellt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn war die Situation an den Bahnhöfen aber ruhig. Die meisten Menschen hätten sich an die Empfehlung des Deutschen Wetterdienstes gehalten und seien zu Hause geblieben.

Einschränkungen im Regionalverkehr

In vielen Bundesländern war nicht nur Fern-, sondern auch der Regionalverkehr eingeschränkt. Das war laut der Deutschen Bahn etwa in Niedersachsen, NRW, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen der Fall. In Niedersachsen fielen mehrere Regionalverbindungen aus, wie der regionale Bahnbetreiber "Metronom" bekannt gab.

In Sachsen-Anhalt stoppte das Bahnunternehmen "Abellio Rail Mitteldeutschland" den Zugverkehr vorübergehend. "Mit einer schrittweisen Wiederaufnahme des Betriebes ist frühestens ab den Vormittagsstunden des Montag zu rechnen", hieß es am Abend. Betroffen sind den Angaben zufolge unter anderem die Strecken von Halle, Dessau und Magdeburg in Richtung Bernburg, Aschersleben und Halberstadt sowie die gesamte Harzregion.

Weitere Einschränkungen zum Wochenanfang

Auch für Montag wird von Meteorologen noch mit Problemen gerechnet. Nach Angaben des ARD-Wetterkompetenzzentrums kann es in der Nacht weiter schneien - insbesondere von Franken bis Thüringen, Sachsen-Anhalt und Westsachsen kräftig mit 10 bis 25 cm Neuschnee binnen zwölf Stunden.

Der DWD erwartet in Teilen Norddeutschlands und in den nördlichen Mittelgebirgen bis Montagabend weitere leichte bis mäßige Schneefälle. Hinzu kommt wieder starker bis stürmischer Wind und Verwehungen.

Im Wochenverlauf arbeitet sich die kalte Luft dann auch in den bisher verschonten Süden vor.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer riet den vom Schneechaos betroffenen Menschen, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte der CSU-Politiker nach einer Lagebesprechung dem Internetangebot "Bild live".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Februar 2021 um 21:20 Uhr.

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KOMMENTARE

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Tada 08.02.2021 • 02:56 Uhr

@ Carina F

"Was mich am meisten nervt Das elende Schneeschippen als zu kurz geratene u zierliche Frau. " Am 07. Februar 2021 um 22:43 von Carina F * Paar mal Schnee geschaufelt und es bildet sich wieder Muskelmasse. Man muss die Schaufel nicht immer voll beladen. Früher waren die "zierlichen Frauen" so muskulös wie heute die durchschnittlichen Männer.