Unwetterfront nähert sich bei Algermissen in Niedersachsen | Bildquelle: dpa

Gewitter in Deutschland Unwetterfront sorgt für Störungen

Stand: 09.08.2018 20:57 Uhr

Regen, Hagel und Sturmböen: Über Deutschland toben Unwetter. Der Bahnverkehr wurde gestört, der Frankfurter Flughafen stellte zeitweise den Betrieb ein. Besonders stark betroffen sind derzeit Strecken im Norden.

Nach der Hitze in den vergangenen Tagen haben Unwetter in mehreren Regionen Deutschlands für Störungen und teils erhebliche Einschränkungen im Bahn- und Flugverkehr gesorgt. In Frankfurt brachten die Unwetter die Pläne vieler Reisender durcheinander. Wegen einer Gewitterfront wurde am Nachmittag an Deutschlands größtem Flughafen etwa eine halbe Stunde der Betrieb eingestellt, auch am Frankfurter Hauptbahnhof gab es einen einstündigen Stopp. Die Folge waren zahlreiche Verspätungen.

Auch in anderen Regionen war der Bahnverkehr stark beeinträchtigt. Am Abend war laut Deutscher Bahn besonders der Norden betroffen. Dort komme es zu großen Einschränkungen, teilte sie auf ihrer Webseite mit. Unter anderem seien die Strecken Hannover-Hamburg-Kiel, Hannover-Bremen, Hamburg-Berlin und Dortmund-Hamm-Bielefeld gesperrt. Reisende im Norden sollten ihre Fahrten möglichst verschieben. In den Hauptbahnhöfen Berlin, Dortmund, Hannover und Braunschweig sowie in Hamm werden Aufenthaltszüge bereitgestellt. Auch am Freitagmorgen werden auf einigen dieser Strecken noch Störungen erwartet.

Sturm und Gewitter in Deutschland
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.08.2018, Jan-Peter Bartels, HR

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Drei Menschen durch herabfallende Jalousie verletzt

Zuvor war etwa die ICE-Linie 10 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet wegen des Unwetters unterbrochen worden. In Rheinland-Pfalz und im Saarland wurden wegen umgestürzter Bäume oder wegen Ästen in der Oberleitung mehrere Strecken gesperrt, darunter die Strecken Mainz-Koblenz, Mainz-Mannheim sowie Saarbrücken-Forbach. Das hatte auch Folgen in Baden-Württemberg.

Umgestürzte Bäume blockierten außerdem die A3 (Frankfurt-Würzburg) bei Seligenstadt in Hessen, die Autobahn wurde am Nachmittag in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern. In Bad Vilbel bei Frankfurt löste sich an einem Café eine 20 Meter lange Jalousie. Drei Menschen wurden verletzt, einer davon schwer.

Unwetter: Gedränge im Frankfurter Hauptbahnhof | Bildquelle: dpa
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Im Frankfurter Hauptbahnhof gab es Gedränge, nachdem der Zugverkehr vorübergehend eingestellt werden musste.

Unwetter auch in Nordrhein-Westfalen

Unwetter mit orkanartigen Sturmböen von bis zu 110 Stundenkilometern und Regen erreichten am Donnerstag vielerorts auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ab dem frühen Nachmittag bildeten sich bei bis zu 30 Grad die ersten Gewitter und Schauer entlang der Eifel und des Niederrheins, sagte in Essen ein DWD-Sprecher. Die Wetterexperten schlossen auch die Bildung von Tornados nicht aus.

Die Regenmengen hielten sich nach Angaben des DWD mit zehn bis maximal 20 Litern pro Quadratmeter zunächst in Grenzen, auch Hagel sei nur vereinzelt aufgetreten. Der Sturm machte sich dafür umso mehr bemerkbar: Böen mit 110 Kilometern pro Stunde wurden im Bezirk Arnsberg gemessen.

In vielen Regionen werden auch weiterhin kräftige Schauer und Gewitter erwartet, zum Teil mit Sturmböen. Zum Wochenende beruhigt es sich aber wieder.

Im Osten Deutschlands blieb es zunächst weitgehend heiß mit Höchsttemperaturen von bis zu 34 Grad. Erst in der Nacht zum Freitag sollten dort Gewitter aufziehen.

Unwetter: Regen und Sturm bei Eppelheim in Baden-Württemberg | Bildquelle: dpa
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Regen und Sturm sorgten auch bei Eppelheim in Baden-Württemberg für Verkehrsbehinderungen.

Katastrophenfall in Bayern

In Oberbayern wurde nach dem Ausbruch eines schwer unter Kontrolle zu bringenden Feuers in einem Bergwald oberhalb von Oberaudorf am Inn der Katastrophenfall ausgerufen. Dies sei zur Koordinierung der unterschiedlichen Einsatzkräfte nötig, hieß es. Zudem habe es eine Warnung des DWD gegeben, dass starke Sturmböen zu erwarten seien. Das sei im Falle eines Brandes natürlich eine denkbar ungünstige Lage, sagte eine Behördensprecherin.

Wegen einer Gewitterwarnung mussten auch die für den Abend geplanten Siegerehrungen im Rahmen der Berliner Leichtathletik-EM vertagt werden.

Derweil wurde bekannt, dass die wochenlange Dürre allein im stark betroffenen Norddeutschland erhebliche Millionen-Schäden für die Landwirtschaft angerichtet hat. In Schleswig-Holstein liegen sie laut der Deutschen Presse-Agentur nach erster Schätzung des Agrarministeriums bei 422 Millionen Euro. Sachsen-Anhalt meldete nach Angaben seines Ministeriums einen geschätzten Schaden von 237 Millionen Euro nach Berlin.

Abkühlung in der Nacht zum Samstag

Ein Temperatursturz wird für die Nacht zum Samstag erwartet, die Temperaturen sinken dann auf 14 bis 7 Grad. Bis auf den Norden und den Nordwesten kommt der Sonnenschein tagsüber überall in Deutschland zurück. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 23 und 27 Grad. Der Sonntag wird an der See wieder wolkig und regnerisch, im Rest des Landes aber trocken und heiter.

Die Temperaturen klettern im Norden auf 22 Grad, im Süden auf 31 Grad. Auch wenn sich die Temperaturen damit wieder auf ein für Deutschland normales Niveau einpendeln, ist die Hitzewelle für diesen Sommer noch nicht vorbei. "Es kann noch bis in den Oktober hinein heiße Tage von 30 Grad oder mehr in Deutschland geben", sagte ein DWD-Meteorologe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. August 2018 um 20:00 Uhr.

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