Ein von einem umgestürzten Baum zerstörtes Auto in Alzenau | Bildquelle: dpa

Weiter Verkehrsbehinderungen Stürme richten schwere Schäden an

Stand: 19.08.2019 17:52 Uhr

Nach den schweren Unwettern vom Sonntag gibt es auf einigen Bahnstrecken weiter Probleme. Die Schäden, die die Stürme anrichteten, sind erheblich: Mehrere Menschen wurden verletzt, Bäume umgeknickt, Dächer abgedeckt.

21 Menschen sind bei schweren Unwettern in der Mitte und im Süden Deutschlands verletzt worden, vier von ihnen schwer. Unter ihnen war nach Angaben eines Polizeisprechers auch ein Kind. Die meisten seien von umstürzenden Bäumen oder herumfliegenden Gegenständen verletzt worden.

Starkregen und Böen richteten in einigen Orten erhebliche Schäden an. Das Ausmaß der Schäden werde sich erst in den kommenden Tagen beziffern lassen, teilte die Polizei mit.

"Schneise der Verwüstung"

Im Kreis Offenbach in Südhessen wütete der Sturm am Sonntagabend besonders heftig. Die Feuerwehr sprach von einer "Schneise der Verwüstung". Die Feuerwehren seien zu mehr als tausend Einsätzen gerufen worden.

Zeugen vor Ort sprachen nach Polizeiangaben von einem Tornado. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte dies nicht. Es habe sich um sogenannten Fallböen gehandelt. Dabei treffe Luft mit hohem Tempo am Boden auf, in Tälern und Häuserschluchten könnten Düseneffekte entstehen. Sie könnten so zerstörerisch sein wie Tornados, aber ohne dessen rotierende Luftwirbel, erklärte DWD-Experte Andreas Friedrich.

Das Unwetter hatte Bäume und Strommasten abgeknickt, Dächer teilweise oder komplett abgedeckt. Zeitweise fielen Strom und Telefon aus.

Bahnverkehr weiter eingeschränkt

Bahnpendler müssen auf einigen Strecken weiter mit Problemen rechnen. Wegen eines Blitzeinschlags in ein Stellwerk im südhessischen Mörfelden-Walldorf ist die Strecke zwischen Frankfurt/Main und Mannheim nicht zu befahren, wie auf der Internetseite der Bahn mitgeteilt wurde. Die Arbeiten würden voraussichtlich bis Dienstagmittag dauern, die Züge des Fernverkehrs zwischen Frankfurt/Main und Mannheim würden "großräumig umgeleitet".

Auch die Strecke zwischen Aschaffenburg und Hanau war nach Angaben der Bahn wegen Unwetterschäden gesperrt. Der Fernverkehr zwischen Frankfurt/Main und Würzburg wurde deshalb in beiden Richtungen umgeleitet. "Im Landkreis Aschaffenburg haben wir 96 Einsätze wegen des Sturms gezählt, das Dach der Polizeiinspektion Alzenau wurde abgedeckt", sagte ein Polizeisprecher. In einigen Gemeinden in Unterfranken fiel zeitweise der Strom aus.

Umstürzender Baum klemmt Menschen ein

Im Mainzer Stadtteil Ebersheim wurden zwei Menschen unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt. Ein 34-Jähriger wurde bei Ginsheim-Gustavsburg östlich von Mainz in seinem Zelt von einem umgefallenen Baum getroffen, teilte die Polizei mit. Lebensgefahr bestehe nicht.

Zerstörte Scheune im Mainzer Stadtteil Ebersheim | Bildquelle: dpa
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Zerstörte Scheune im Mainzer Stadtteil Ebersheim

Bei Roth in der Region Nürnberg saßen 400 Reisende über Stunden in einem ICE fest, der auf dem Weg von Hamburg nach München war. Der Zug musste auf freier Strecke stoppen, weil umgestürzte Bäume die Oberleitung beschädigt hatten. Um Mitternacht brachten Retter alle Reisenden unverletzt in Sicherheit.

Flüge annulliert - Autobahn 45 gesperrt

Am Frankfurter Flughafen wurden mehr als 40 Flüge annulliert, es kam zu Verspätungen bei den Starts und Landungen.

Autofahrer waren ebenfalls betroffen: So war die Autobahn 45 in Richtung Seligenstadt zeitweise voll gesperrt. Die Polizei sprach von chaotischen Zuständen in der Region um Mörfelden-Walldorf. Ein Blitz schlug in eine Druckerei in Mörfelden-Walldorf ein und legte sie lahm.

Unwetter behindern Bahn- und Flugverkehr
tagesschau 12:00 Uhr, 19.08.2019, Alex Jakubowski, HR

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Kran stürzt auf Kran

In Flörsheim-Dalsheim in Rheinland-Pfalz hatte das Unwetter am Sonntagabend spektakuläre Folgen: Ein 1200-Tonnen-Raupenkran stürzte nach Polizeiangaben in einem Windpark um und riss dabei einen zweiten Kran mit. Die beiden Kräne stürzten auf einen Baucontainer mit Arbeitsgeräten. Niemand wurde verletzt.

Über Brandenburg zog ebenfalls ein heftiges Gewitter. "Die Schäden sind beachtlich, fast alle Häuser in Klaistow sind betroffen, sieben davon schwer", sagte der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth. "Der Sturm war nur etwa eine (Minute) bis anderthalb Minuten unterwegs. Da kann man sehen, was die Natur anrichten kann."

Nachts aus dem Zug geholt

In Sachsen behinderte ein umgestürzter Baum einen Regionalexpress auf der Strecke zwischen Leipzig und Dresden an der Weiterfahrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Der Zug kam demnach zwischen den Gemeinden Priestewitz und Niederau auf freier Strecke zum Halt. Auf der Bahnstrecke lief der Verkehr nach Angaben des Sprechers wieder planmäßig. Die 50 Reisenden seien gegen 1 Uhr nachts aus dem Zug geholt worden.

In den Landkreisen Lörrach und Waldshut in Baden-Württemberg behinderten mehrere umgestürzte Bäume den Verkehr. Gewitter und Böen führten auch in Südthüringen zu einigen Einsätzen der Feuerwehr.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. August 2019 um 17:00 Uhr.

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