Unwetter "Dragi" im Erzgebirge | Bildquelle: dpa

Neues Sturmtief Warnung vor "Eberhard"

Stand: 10.03.2019 15:16 Uhr

In mehreren Bundesländern wird es stürmisch. Verantwortlich dafür ist Tief "Eberhard". Es folgt auf "Dragi", das gestern für Schäden gesorgt hatte. Der DWD rät, lieber auf den Sonntagsspaziergang zu verzichten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Sturmtief "Eberhard". In Sachsen, Thürigen und dem südlichen Sachsen-Anhalt werde es ab dem späten Sonntagnachmittag schwere Stumböen oder sogar orkanartige Böen bringen. Auf den Bergen in Thüringen und Sachsen seien Spitzengeschwindigkeiten von 120 bis 130 Kilometer pro Stunde möglich, so ein DWD-Meteorologe.

Die Partie der Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden wurde wegen Sicherheitsbedenken aufgrund von orkanartigen Windböen abgesagt.

"Eberhard" erinnere an das Sturmtief "Friederike", das im Januar 2018 in der Region schwere Schäden angerichtet hatte. Das Tief sei etwa gleich stark, habe eine ähnliche Ausdehnung und Zugbahn, so der Meteorologe. Das Tief bringe deutliche kältere Luft in die drei Länder, im Harz werde es bis auf 500 Metter herab schneien.

Zweithöchste Unwetter-Warnstufe

Für weite Teile Nordrhein-Westfalens gab der DWD wegen der Gefahr von orkanartigen Böen die zweithöchste Unwetter-Warnstufe aus. "Eberhard" fege mit Windstärke elf, teilweise mit Windstärke zwölf über Nordrhein-Westfalen hinweg, teilte der DWD mit. Bei solchen Windgeschwindigkeiten könnten Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden. Menschen sollten sich möglichst nicht im Freien aufhalten, mahnten die Meteorologen.

Deutsche Bahn rechnet mit Störungen

Die Deutsche Bahn erwartet Störungen im Zugverkehr. Fahrgäste, die am Sonntag eine Reise antreten wollten, können diese nach Angaben des Konzerns kostenfrei stornieren.

Nach Angaben eines Sprechers gab es am Mittag zunächst nur auf Regionalstrecken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Einschränkungen - etwa wegen umgestürzter Bäume. Der Fernverkehr sei zunächst nicht betroffen gewesen. Die Bahn rechnete vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands mit Einschränkungen.

Unwetter "Dragi" im Erzgebirge | Bildquelle: dpa
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Wegen umgestürzter Bäume mussten am Samstag Straßen gesperrt werden.

Warnung vor orkanartigen Böen

Auch für Baden-Württemberg und Teile von Bayern warnte der DWD insbesondere für den Nachmittag vor orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten im Flachland bis 110 Kilometern pro Stunde. Auf dem Feldberg wurden demnach sogar Geschwindigkeiten bis 150 Stundenkilometer gemessen.

Die Schneefallgrenze sollte stellenweise auf 400 Meter sinken. Für das Allgäu prognostizierte der DWD bis Montagmorgen Niederschläge von stellenweise mehr als 50 Litern pro Quadratmeter.

Bereits am Samstag hatte der DWD Unwetterwarnung wegen des Sturmtiefs "Dragi" herausgegeben. Dieses hatte am Abend für heftige Gewitter gesorgt.

Sturmböen deckten Hausdach ab

In Nordrhein-Westfalen rückten Polizei und Feuerwehr zu Hunderten Einsätzen aus. In Bochum und Dinslaken begruben Bäume geparkte Autos unter sich, in Bonn kippte ein Baum gegen ein Haus, im Münsterland deckten Sturmböen ein Hausdach ab.

Auf der A40 stürzte bei Bochum ein Baum auf die Fahrbahn und verursachte einen Stau. Die Bahn warnte am Sonntag vor Problemen im Regionalverkehr. Wegen umgestürzter Bäume waren am Samstag einige Linien eingestellt worden.

Unwetter "Dragi" im Nordrhein-Westfalen | Bildquelle: dpa
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In Nordrhein-Westfalen richtete das Sturmtief "Dragi" Schäden an.

Auch in Niedersachsen und Hessen waren Bahnstrecken und Straßen am Wochenende wegen umgestürzter Bäume gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Bei Northeim wurde eine Kreisstraße gesperrt. In Frankfurt am Main stürzte ein Baum auf ein Haus, verletzt wurde niemand.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. März 2019 um 15:00 Uhr.

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