Manuela Schwesig | Bildquelle: dpa

Schwesig an Brustkrebs erkrankt "Ich werde auch diesen Kampf führen"

Stand: 10.09.2019 15:04 Uhr

Anteilnahme aus allen politischen Richtungen: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig zieht sich wegen einer Brustkrebs-Erkrankung aus der SPD-Spitze zurück. Sie gibt sich zuversichtlich: "Ich habe schon viele Kämpfe geführt."

"Heute ist ein bewegender Tag für mich": Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ihre Brustkrebs-Diagnose öffentlich gemacht. Anfangs habe die Diagnose Brustkrebs sie und ihre Familie "schwer getroffen", sagte Schwesig in Schwerin. Die gute Nachricht für sie sei, dass die Krankheit bei ihr heilbar sei. "Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und ich werde auch diesen Kampf führen", sagte Schwesig. Die Politikerin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Am Montag sei die Entscheidung für die medizinische Behandlung getroffen worden, die überwiegend ambulant erfolgen könne. Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden, sagte Schwesig. Wegen der Therapie werde sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen können. Sie habe ihre Minister gebeten, sie dann zu vertreten.

Manuela Schwesig äußert sich zu dem Grund ihrer Amtsniederlegung
tagesschau 12:00 Uhr, 10.09.2019

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Folgen für SPD-Spitze

Ihr Amt als Ministerpräsidentin und SPD-Landeschefin will sie behalten, aus der Bundespolitik will sie sich jedoch zurückziehen. Ihre Ämter als kommissarische und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende legt sie nieder. Für die SPD bedeutet Schwesigs Entscheidung, dass die Partei von Oktober bis Dezember von Malu Dreyer alleine geführt wird. Denn Thorsten Schäfer-Gümbel wechselt - wie schon seit Monaten geplant - am 1. Oktober zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Derzeit sucht die SPD eine neue Führung. Auf 23 Regionalkonferenzen stellen sich die Kandidaten für den Parteivorsitz der Basis vor. Anschließend folgt eine Mitgliederbefragung. Formal wird die neue Spitze auf dem Parteitag vom 6. bis 8. Dezember gewählt. Schwesig war auch als Kandidatin gehandelt worden. Sie hatte aber frühzeitig erklärt, nicht in das Rennen einsteigen zu wollen. Das hatte auch Unverständnis und Kritik ausgelöst.

"Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit"

Die 45-Jährige bedankte sich für die Anteilnahme, die ihr aus allen politischen Richtungen übermittelt worden sei. Das mache ihr Mut. Bei der in Mecklenburg-Vorpommern mitregierenden CDU wurde die Nachricht über die Erkrankung Schwesigs "mit Bestürzung" aufgenommen.

Bundeskanzlerin Merkel reagierte ebenfalls betroffen. "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit", erklärte Merkel über ihren Sprecher Steffen Seibert. Ähnlich äußerte sich CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Auch die SPD reagierte erschüttert: Es sei "schlimm", dass Schwesig mit dieser Krankheit konfrontiert sei. Zugleich gebe es "großes Verständnis dafür, dass sie jetzt ihre Prioritäten setzen muss"", sagte Dreyer. Der SPD-Bundesvorstand twitterte: "Wir sagen es ganz schlicht: Wir wünschen dir eine schnelle und vollständige Genesung, dir und deiner Familie viel Kraft für die anstehende Zeit."

Turbokarriere

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eiltempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. September 2019 um 12:00 Uhr.

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