Jens Spahn | Bildquelle: AFP

Spahn zu Neuinfektionen "Die Zahlen besorgen mich sehr"

Stand: 08.10.2020 09:40 Uhr

Erstmals seit der Corona-Hochphase im Frühjahr hat das RKI mehr als 4000 Neuinfektionen gemeldet. Für Bundesgesundheitsminister Spahn ein Grund zur Sorge. Er mahnte nachdrücklich dazu, die Regeln einzuhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angesichts der aktuellen sprunghaften Steigerung auf mehr als 4000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages zu Achtsamkeit gemahnt. "Sie besorgen mich sehr", sagte er mit Blick auf diese Zahlen.

Vor allem jüngere Menschen steckten sich an. Sie hielten sich oft für unverletzlich: "Das sind sie aber nicht." Auch wenn die Zahlen an Todesfällen und Intensivpatienten derzeit vergleichsweise niedrig sei, handele es sich weiter um eine ernsthafte Erkrankung.

Deutschland sei "bislang gut durch die Krise gekommen", sagte Spahn weiter. "Wir können durchaus zuversichtlich sein." Es gebe "kaum ein Land in Europa, dass die Krise bis hierhin so gut hat bewältigen können".  Es liege nun "an uns allen selbst, ob wir es schaffen, das Erreichte zu sichern", sagte der Minister.

Das Wirksamste sei dabei immer noch die Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. Dazu seien neben den "AHA-Regeln" - Abstand, Hygiene und Alltagsmasken - auch die Corona-Warn-App und das Lüften wichtig. Schnelltests ersetzten diese Maßnahmen nicht, sondern seien eine Ergänzung, vor allem um Ansteckungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern zu vermeiden.

RKI-Chef Lothar Wieler ergänzte, dass es zusätzlich in den kommenden Herbst- und Wintermonaten auch darum gehen werde, die bestimmten "Gs" zu vermeiden: geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge sowie Gespräche in lebhafter Atmosphäre und engem Kontakt. Masken seien auch im Freien sinnvoll, wenn der Abstand nicht eingehalten werden könne.

RKI-Chef Wieler blickt besorgt auf die steigenden Corona-Neuinfektionen
tagesschau 17:00 Uhr, 08.10.2020, Martin Schmidt, ARD Berlin

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4058 Fälle gemeldet

Wieler warnte vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. Es sei "möglich, dass wir mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag sehen", sagte er.

Zuvor hatte das RKI 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden gemeldet. Das sind über 1200 Fälle mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt Anfang April erreicht worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9578. Das sind 16 mehr als am Vortag. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Rate der positiven Tests stieg stark an und lag in der Woche vom 28. September bis zum 2. Oktober bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent gewesen.

Länder verschärfen Maßnahmen

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen hatten die Bundesländer am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Thüringen machte deutlich, dass es ein Beherbergungsverbot nicht mittragen wolle, Berlin will zumindest nicht sofort einsteigen. Niedersachsen erklärte zunächst, man wolle den Beschluss prüfen, schloss sich der Regelung dann aber heute Vormittag an. Bremen prüft hingegen noch. Mecklenburg-Vorpommern schließlich will bei noch strengeren Quarantäneregeln bleiben.

Abseits der Protokollerklärung erklärte Nordrhein-Westfalen, vorerst auf ein Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten zu verzichten. Der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski, sagte, dieses Instrument könne genutzt werden, wenn das NRW-Gesundheitsministerium bestimmte Regionen entsprechend ausweise. Dafür müsse es ein "anhaltend diffuses Infektionsgeschehen geben". Die Corona-Schutzverordnung des Landes sehe diese Möglichkeit seit Juli vor.

Söder verteidigt Beschluss

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verteidigte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF das Beherbergungsverbot. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Menschen und Sicherheit für die Tourismusbranche.

Einige Großstädte stünden kurz davor, die Kontrolle über die Corona-Infektionszahlen zu verlieren. Deswegen solle man auf keinen Fall die Vorsicht aufgeben. "Mehr Maske, weniger Alkohol und natürlich auch kleinere Partys" seien die richtigen Maßnahmen bei erhöhten Infektionszahlen.

Neue Corona-Höchstwerte und Reiseregeln
Evi Seibert, ARD Berlin
08.10.2020 08:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Oktober 2020 um 10:00 Uhr.

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