Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette

Ermittlungen in Niedersachsen Überfielen Ex-RAF-Terroristen Supermärkte?

Stand: 13.11.2017 10:00 Uhr

Nicht nur Überfälle auf Geldtransporter, sondern auch auf mehrere Supermärkte gehen möglicherweise auf das Konto der Ex-RAF-Terroristen Klette, Staub und Garweg. Medienberichten zufolge stützen sich diese Erkenntnisse der Ermittler bislang auf Indizien.

Die seit den 1990er-Jahren untergetauchten Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Wilhelm Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette beschäftigen seit Jahren die Ermittlungsbehörden. Nun gibt es offenbar Hinweise, dass das Trio mehr kriminelle Taten beging, als bislang bekannt ist.

Wie "Spiegel Online" und "Zeit Online" berichten, vermuten die Ermittler des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA), dass Klette, Staub und Garweg nicht nur Geldtransporter überfielen, sondern auch mehrere Supermärkte. Es handle sich bislang jedoch nur um indiziengestützte Vermutungen, schrieben beide Medien. Beweise gebe es nicht.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat das Trio mindestens ein halbes Dutzend Überfälle begangen und dabei insgesamt einen sechsstelligen Eurobetrag erbeutet. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Verden sagte: "Wir prüfen, ob zwischen mehreren Raubüberfällen ein Zusammenhang besteht." Als zu untersuchende Tatorte wurden unter anderem Stade und Northeim genannt.

Fahndungsbild
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Mit diesen Fotos fahndet das Landeskriminalamt Niedersachsen nach den ehemaligen Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF), Ernst-Volker-Staub (l.) und Burkhard Garweg.

Fahndungsaufruf in den Niederlanden

Bisher wurden den Terroristen zwei gescheiterte Überfälle auf Geldtransporter im Juni 2015 in Stuhr bei Bremen und im Dezember in Wolfsburg zugerechnet. Zudem besteht der Verdacht, dass sie für einen gescheiterten Überfall im Mai in Hildesheim verantwortlich sind. DNA-Spuren in den Fluchtautos führten die Ermittler auf die Spur des Trios. Die Fahnder gehen davon aus, dass sie mit den Überfällen ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen.

Hinweise auf terroristische Aktivitäten gibt es nicht. Allerdings bestehen nach den Überfällen die Vorwürfe des versuchten Mordes und versuchten schweren Raubes. Deshalb sucht die Polizei seit dem 18. Mai 2015 mit neuen Fahndungsfotos nach den Ex-RAF-Terroristen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich das Trio bisweilen auch in den Niederlanden aufhält. Im holländischen Fernsehen wurde am Dienstag ein Fahndungsaufruf ausgestrahlt.

Das Trio soll zur sogenannten dritten Generation der deutschen Terrororganisation RAF gehört haben, die sich 1998 für aufgelöst erklärte.

Über dieses Thema berichtete der NDR am 27. Mai 2016 um 21:45 Uhr

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