polarstern | Bildquelle: STEFAN HENDRICKS/ALFRED-WEGENER-

Forschungsschiff "Polarstern" findet Scholle für Arktis-Drift

Stand: 04.10.2019 15:57 Uhr

Die Arktis-Expedition der "Polarstern" hat ihre erste große Aufgabe gemeistert: Das Forschungsschiff hat eine Eisscholle gefunden, um mit ihr durch die Arktis zu driften. Gerade noch rechtzeitig.

Kurz vor Einbruch der Polarnacht hat das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" eine geeignete Eisscholle für seine Expedition durch die Arktis gefunden. Der Eisbrecher lasse sich an der etwa 2,5 mal 3,5 Kilometer großen Scholle festfrieren, teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung mit.

Seit dem Aufbruch am 20. September von Tromsö in Norwegen war die Suche nach einer geeigneten Scholle die wichtigste Aufgabe für die Forscher. Neben der "Polarstern" war der russische Eisbrecher "Akademik Fjodorow" beteiligt. Satellitenfotos von 16 Schollen wurden ausgewertet, Hubschrauber stiegen zu Erkundungen auf.

Polarstern | Bildquelle: dpa
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Probebohrung auf der Scholle.

Die Scholle als Heimat auf Zeit

Ein Problem war nach AWI-Angaben, dass es nach dem warmen Sommer kaum genügend große und stabile Eisschollen in der Region gab. Die gefundene, leicht eiförmige Insel aus Eis, habe einen ungewöhnlich stabilen Bereich, der das Forschungscamp zuverlässig tragen könne. Gleichzeitig sei der Ort typisch für die heutige Arktis, "die von dünneren, instabileren Schollen" gekennzeichnet sei.

Wissenschaftler aus aller Welt im Schichtbetrieb

Ein Jahr lang soll die "Polarstern" mit dem Meereis durch die zentrale Arktis driften. Auf der Forschungsreise werden 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 17 Ländern schichtweise an Bord arbeiten und das Klimasystem der Zentralarktis erforschen.

Auf ihrer Expedition wollen die Forscher Daten sammeln, wie Atmosphäre, Ozean und Meereis aufeinander einwirken. Die Polarregion gilt als wichtige Wetterküche. Extremwetterlagen etwa in Europa und Nordamerika wie Kälteeinbrüche im Winter und Dürreperioden im Sommer hängen mit Veränderungen in der Arktis zusammen. Auch das regionale Ökosystem soll bei der 140 Millionen Euro teuren Forschungsreise erkundet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2019 um 16:00 Uhr.

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