Kanzlerin Merkel im Bundestag | REUTERS

Merkel warnt vor Virus-Mutationen "Acht bis zehn sehr harte Wochen"

Stand: 12.01.2021 13:03 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hat in einer unionsinternen Sitzung vor einer Ausbreitung der Coronavirus-Mutationen in Deutschland gewarnt. Deutschland stünden weitere harte Wochen bevor. Sie schließt eine Verlängerung des Lockdowns offenbar nicht aus.

Angesichts der Coronavirus-Mutationen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vor weiter steigenden Infektionszahlen auch in Deutschland gewarnt. "Deutschland steht vor acht bis zehn sehr harten Wochen", sagte Merkel nach Auskunft mehrerer Teilnehmer in der AG Sicherheit der Unions-Bundestagsfraktion. Auch gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio wurden entsprechende Aussagen bestätigt.

Die Entwicklung in Irland habe gezeigt, wie schnell sich das Virus ausbreiten könne. Dort habe es innerhalb kurzer Zeit eine Verzehnfachung der Infektionszahlen gegeben.

Mehrere Quellen widersprachen einem "Bild"-Bericht, wonach Merkel in der Sitzung weitere acht bis zehn Wochen harte Corona-Maßnahmen angekündigt habe. Man sei sich in der Sitzung einig gewesen, dass dies sehr stark davon abhänge, wie schnell sich die neue Virus-Variante in Deutschland ausbreite, hieß es nach Teilnehmerangaben. Eine Verlängerung des Lockdowns wurde somit offenbar nicht ausgeschlossen.

Mutation sehr ansteckend

Die Virusmutation B117 gilt als sehr viel ansteckender und sorgt in Großbritannien derzeit dafür, dass die Zahl der Neuinfektionen in die Höhe schießt. Premierminister Boris Johnson verschärfte deshalb den Lockdown.

Der Charité-Virologe Christian Drosten verwies in einer Expertenanhörung mit Merkel und einigen Ministerpräsidenten nach Teilnehmerangaben auch auf die Gefahr einer zweiten Virusmutation, die sich in Südafrika stark ausgebreitet hat.

"Maßnahmen beginnen zu wirken"

Derzeit gehen die Corona-Zahlen in Deutschland leicht zurück. Angesichts dessen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von einer "verhalten positiven Tendenz" gesprochen. "Ein Großteil der Maßnahmen beginnt zu wirken", sagte Söder nach einer Kabinettssitzung in München über den aktuellen Lockdown.

Binnen 24 Stunden habe es in Bayern 1740 Neuinfektionen gegeben - fast 500 weniger als vor einer Woche. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 158,8 liege der Freistaat bundesweit auf Platz sieben. Das sei nur ein Zwischenstand. Noch sei unklar, wie sich die Ferien auswirken. Dies werde man endgültig wohl gegen Ende dieser Woche sehen. Söder betonte, jedenfalls sei weiterhin Konsequenz und Geduld notwendig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2021 um 13:00 Uhr.