Angela Merkel und Armin Laschet besuchen die Feuerwache Schalksmuehle. | AP

Merkel und Laschet in Hochwassergebieten "Es liegt noch viel Arbeit vor uns"

Stand: 05.09.2021 16:57 Uhr

Wie geht der Wiederaufbau in den vom Hochwasser zerstörten Gebieten voran? Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Laschet machten sich heute vor Ort ein Bild von der Lage. Beide betonten: Es gebe Fortschritte - und noch viel zu tun.

Zwei Monate ist es her, dass Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vom Hochwasser verwüstet worden sind. Zwar sind inzwischen die allerschlimmsten Schäden beseitigt, aber von Normalität sind die betroffenen Orte und die dort lebenden Menschen noch weit entfernt.

Heute nun machte sich Kanzlerin Merkel gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet vor Ort ein Bild von den Aufräumarbeiten und vom Wiederaufbau. In Schalksmühle im Sauerland traf Merkel zunächst die Kollegen zweier im Hochwasser umgekommenen Feuerwehrleute - Presse war zu dem Gespräch nicht zugelassen. Der Leiter der örtlichen Feuerwehr allerdings nannte den Besuch im Anschluss ein "besonderes Geschenk".

Respekt und Lob für die Helfer

Merkel und Laschet zeigten sich ihrerseits in der anschließenden Pressekonferenz beeindruckt von der Arbeit der Feuerwehrleute: Laschet betonte, es handele sich bei den Feuerwehrleuten um Freiwillige, die sich "in den Dienst der Gemeinschaft stellen - und die zum Teil ihr Leben verloren haben". Dass die Frauen und Männer nun trotzdem - auch angesichts "unvorstellbarer" menschlicher Schicksale - weitermachten, nötige ihm großen Respekt ab, so Laschet.

Priorität habe nun, dass "die betroffenen Menschen bald wieder in den eigenen vier Wänden wohnen können", sagte Laschet weiter. Man setze nun alles daran, die zerstörte Infrastruktur wiederherzustellen. "Alle Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein", so Laschet. Zugleich hob er aber auch die Hilfe für die betroffenen Unternehmen hervor - allein in NRW seien 2000 Unternehmen vom Hochwasser betroffen. Es sei im Interesse der Politik, dass diese Unternehmen bald wieder arbeiten könnten - und damit Menschen, die bereits ihr Hab und Gut verloren haben, nicht auch noch ohne Job seien.

"Das Land steht zusammen"

Die Flutkatastrophe zeige auch, dass Deutschland nicht zerfallen, sondern in der Not zusammenstehe, erklärte Laschet: Kommende Woche werde das 30-Milliarden-Hilfspaket von Bund und Ländern beschlossen - daran beteiligten sich auch die Länder, die gar nicht von den Schäden betroffen seien. Der Wiederaufbau sei eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" und werde auch so verstanden.

Im Anschluss betonte auch Merkel, dass unbürokratisch und schnell geholfen werden müsse. Dabei komme Behörden und Politikern auf lokaler Ebene eine besondere Bedeutung zu: Denn die wüssten am besten, wie und wo die Hilfsgelder eingesetzt werden müssten. Merkel stellte aber auch klar: "Es liegt noch viel Arbeit vor uns". Der Wiederaufbau werde also auch eine Kernaufgabe der kommenden Bundesregierung sein müssen.

Wahlkampf Nebensache?

Die Kanzlerin war sichtlich bemüht, dem Wahlkämpfer und Landesvater Laschet die Bühne zu überlassen. Der versuchte seinerseits gleich mehrfach, den Eindruck zu vermeiden, er wolle aus dem Besuch politisches Kapital schlage. "Es geht hier heute nicht um Wahlkampf", sagte er. Ganz ohne kam zumindest Merkel aber nicht aus: Wer, zumal in der Krise, ein großes Bundesland wie Nordrhein-Westfalen erfolgreich führe, "der kann auch die Bundesrepublik Deutschland führen", attestierte die Kanzlerin ihrem Nachfolger in spe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. September 2021 um 17:00 Uhr.

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