Künstler demonstrieren für wirksame Corona-Hilfen für Soloselbstständige vor dem Finanzministerium. | dpa

Wegen Corona-Pandemie Künstler verlieren Krankenversicherung

Stand: 12.04.2021 14:40 Uhr

Der Kulturrat warnt: Viele Künstlerinnen und Künstler verlieren wegen der Corona-Pandemie ihre Krankenversicherung in der Künstlersozialkasse. Der Bund müsse deshalb "eine schnelle und praktikable Lösung" finden.

Wegen der Corona-Pandemie verlieren nach Angaben des Deutschen Kulturrates viele Künstlerinnen und Künstler ihre Krankenversicherung in der Künstlersozialkasse (KSK). Weil Auftritte, Veranstaltungen, Lesungen, Ausstellungen und künstlerische Lehre bereits seit einem Jahr nicht möglich seien, hätten viele eine andere selbstständige Tätigkeit aufnehmen müssen, um über die Runden zu kommen, teilte der Kulturrat mit. Dadurch trete temporär die eigentliche künstlerische oder publizistische Tätigkeit in den Hintergrund, was zum Verlust der Kranken- und Pflegeversicherung durch die Künstlersozialkasse führe.

Kulturrat fordert Lösung vom Bund

Der Kulturrat fordert Bundesarbeits- und Bundesgesundheitsministerium auf, für die Corona-Zeit befristet eine schnelle und praktikable Lösung zur Bestandsgarantie für KSK-Versicherte zu finden. Kein gesellschaftlicher Bereich in Deutschland sei länger vom Lockdown betroffen als der Kulturbereich, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Viele Künstlerinnen und Künstler würden aber nicht aufgeben, sondern ihr ökonomisches Schicksal selbst in die Hand nehmen und nicht auf öffentliche Unterstützung warten.

"Doch statt dass sie für ihre Eigeninitiative gelobt werden, verlieren sie unter Umständen ihre Kranken- und Pflegeversicherung durch die Künstlersozialkasse. Das darf nicht sein", so Zimmermann. In der KSK werden 50 Prozent des Beitrags durch den Versicherten aufgebracht. Die andere Hälfte wird staatlich subventioniert oder von den jeweiligen Auftraggebern gezahlt.

Über dieses Thema berichtete MDR KLASSIK am 27. Januar 2021 um 07:10 Uhr.