Ein rotes Kreuz auf einem Schild in der Nähe des Klikums Senftenberg | dpa

Deutsche Krankenhäuser Fast zehn Milliarden weniger Einnahmen

Stand: 26.01.2021 13:35 Uhr

Verschobene Operationen und abgesagte Behandlungen: Die Einnahmen deutscher Kliniken sind 2020 massiv gesunken. Die Krankenhausgesellschaft fordert nun weitere finanzielle Hilfen und eine verbesserte Teststrategie in Kliniken.

Die deutschen Krankenhäuser sind seit Beginn der Corona-Pandemie stark belastet. Nicht nur personell kommen die Kliniken an ihre Grenzen, sondern auch finanziell. Im vergangenen Jahr gab es 9,5 Milliarden Euro weniger Einnahmen. Wegen der Covid-Fälle mussten Operationen verschoben und Behandlungen abgesagt werden.

Allerdings hätten die Kliniken aus der Staatskasse Entschädigungen von 9,7 Milliarden Euro erhalten, sagte der künftige Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Da es aber erhebliche Mehrausgaben für den Infektionsschutz gegeben habe, rechne man unterm Strich im Schnitt für alle Häuser bestenfalls mit einer Bilanz von Plus-Minus-Null.

Neuer Rettungsschirm gefordert

Die DKG fordert von der Politik auch für das Jahr 2021 einen Rettungsschirm für Krankenhäuser. Wie schon im vergangenen Jahr müsse ein solches Konzept Erlösausfälle bei den Kliniken berücksichtigen, sagte der jetzige Hauptgeschäftsführer Georg Baum im WDR. "Wir benötigen kurzfristige Finanzhilfen als Liquiditätssicherung, die wirtschaftliche Absicherung für das gesamte zweite Jahr der Pandemie und nachhaltige Reformen, die Herausforderungen für die Zeit nach Corona aufgreifen."

Ein solcher Rettungsschirm müsse nun schnell geschaffen werden, um den Häusern Planungssicherheit zu geben, mahnte Baum. Den Krankenhäusern müsse der Rücken wirtschaftlich freigehalten werden, damit sie sich weiterhin auf die Pandemie konzentrieren könnten. Auch wenn die Zahl der stationären Covid-Patienten und derjenigen auf den Intensivstationen derzeit sinke, bleibe das Thema aufgrund der Mutationen weiter in den Krankenhäusern.

Klinik-Schließung muss Ausnahme bleiben

Nach der Häufung von Infektionen mit einem mutierten Coronavirus im Berliner Humboldt-Klinikum fordert die DKG Konsequenzen. Dazu gehöre eine verbesserte Teststrategie in den Krankenhäusern, sagte Baum dem rbb. Überall dort, wo es auch nur die Vermutung einer Mutation gebe, müsse es den Krankenhäusern freigestellt sein, die erforderlichen Tests zu machen.

Die Schließung eines ganzen Krankenhauses müsse die Ausnahme bleiben, sonst breche die medizinische Versorgung zusammen, so Baum weiter. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass ein Ausbruch in einem weiteren Krankenhaus der Stadt hinzukomme.

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 26. Januar 2021 um 12:00 Uhr.