CH-147 der Royal Canadian Air Force | Bildquelle: Cpl Anthony Laviolette

Mali-Einsatz der Kanadier Ablösung für Bundeswehr-Hubschrauber

Stand: 19.03.2018 17:16 Uhr

Die Bundeswehr will ihre Helikopter im Sommer aus Mali abziehen. So steht es im neuen Mandat für die dortige UN-Mission. Nun erklärte sich Kanada bereit, diese Lücke zu füllen.

Von Christian Thiels, tagesschau.de

Es ist der aktuell vielleicht gefährlichste Einsatz der Bundeswehr im Ausland: die Mission in Mali. Erst vor knapp zwei Wochen beschloss das Kabinett die Verlängerung der deutschen Beteiligung an der UN-Operation MINUSMA und erhöhte die maximale Anzahl der zu entsendenden Soldaten auf 1300.

Doch im gleichen Atemzug legte die Bundesregierung auch den Rückzug der Bundeswehr-Hubschrauber fest. Die werden für den Einsatz aber dringend benötigt. Deutschland hat das Ende des Helikopter-Einsatzes lange angekündigt. Die Vereinten Nationen suchen schon seit Monaten nach Ersatz. Im Gespräch waren unter anderem Maschinen aus Jordanien.

Kanada springt ein

CH-146 der Royal Canadian Air Force | Bildquelle: LS Brad Upshall
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Die Royal Canadian Air Force schickt unter anderem sechs bewaffnete CH-146 nach Mali.

Nun fand sich Kanada bereit, die UN-Mission mit Hubschraubern und dem notwendigen Personal zu unterstützen. Das verkündeten Verteidigungsminister Harjit Sajjan und Außenministerin Chrystia Freeland in Ottawa. Es sollen bis zu sechs Maschinen nach Afrika geschickt werden, darunter zwei CH-147 "Chinook"-Transporter und sechs bewaffnete CH-146 "Griffon". Beginn der Mission wird bereits im August sein.

Kanadas Premier Justin Trudeau soll laut kanadischen Medienberichten die Kanzlerin bereits am Freitag über seine Entscheidung informiert haben. Deutschland und die Niederlande hatten bei Trudeau bereits seit einiger Zeit für ein kanadisches Engagement in Mali geworben. Kanada wird die Mission dem Vernehmen nach bis 2019 übernehmen und hat offenbar schon eine feste Zusage eines weiteren Landes für die Zeit danach.

Von der Leyen spricht von "guter Nachricht"

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen | Bildquelle: AP
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Bundesverteidigungsministerin von der Leyen begrüßte die Ankündigung Kanadas.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte gegenüber tagesschau.de, sie freue sich, "dass die Vereinten Nationen mit der kanadischen Hubschrauber Task Force für MINUSMA einen verlässlichen und bewährten Partner gewinnen konnten. Die kanadische Entscheidung ist eine gute Nachricht für diese wichtige UN-Friedensmission und damit auch für unsere in Mali stationierten Bundeswehrsoldaten". Von der Leyen bot ihrem Kollegen an, dass die Bundeswehr die kanadischen Kräfte vor Ort in Gao in der Übergangsphase bestmöglich unterstützen werde.

Aufgabe der Helikopter sind medizinische Rettungseinsätze und Transportaufgaben. Die erledigen aktuell deutsche und belgische NH90-Hubschrauber. Außerdem sind Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr im Einsatz.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder technische Probleme mit beiden Typen gegeben. Bei einem bis heute nicht vollständig aufgeklärten Absturz eines deutschen Tigers im Juli vergangenen Jahres kamen beide Piloten ums Leben. Der gesamte deutsch-belgische Verband soll Ende Juni abgezogen werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. März 2018 um 06:47 Uhr.

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