Festakt in Leipzig | Bildquelle: dpa

Gedenken an Montagsdemos Steinmeier fordert "Solidarpakt der Wertschätzung"

Stand: 09.10.2019 16:59 Uhr

Zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in der DDR hat Bundespräsident Steinmeier mehr Wertschätzung für die Leistungen der Wiedervereinigung gefordert. Er rief dazu auf, damals gemachte Fehler zu korrigieren.

Mit einem Festakt haben in Leipzig die Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der entscheidenden Montagsdemonstration in der DDR begonnen. Mit der gemeinsamen Feier der Stadt und der sächsischen Landesregierung wurde an den 9. Oktober 1989 erinnert, der als entscheidendes Datum im Wendeherbst gilt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Deutschen auf, gemeinsam Erreichtes stärker zu würdigen. In seiner Rede im Leipziger Gewandhaus forderte er "einen neuen Solidarpakt der Wertschätzung" in der Gesellschaft. 30 Jahre nach dem Mauerfall wünsche er sich "einen selbstbewussten Blick auf unser eigenes Land".

Zudem forderte er Menschen in Ost und West auf, einander mehr zuzuhören. "Ich wünsche mir, dass wir in den hinter uns liegenden Jahren und Jahrzehnten nicht nur eine lange Kette von Brüchen, Krisen und Zumutungen sehen", sagte Steinmeier. Vielmehr müsse man die Menschen sehen, die riesige Aufgaben geschultert und bewältigt hätten. Der Umbruch 1989 habe die Menschen im Osten Deutschlands ungleich härter getroffen.

30. Jahrestag Montagsdemonstration
tagesschau 17:00 Uhr, 09.10.2019, Iris Völlnagel, MDR

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Steinmeier: "Damalige Fehler korrigieren"

Der Bundespräsident forderte in seiner Rede auch, über damals gemachte Fehler zu reden und sie zu korrigieren. Das sei auch Aufgabe der Politik. Sie müsse sich kümmern um Kindergärten, Schulen, Busverbindungen, Feuerwehr, Hebammen, Hausärzte, Jobperspektiven und Internet.

Kretschmer erinnert an fehlende Meinungsfreiheit

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer erinnerte an das Fehlen von Meinungsfreiheit und unabhängiger Justiz sowie die Inhaftierung Oppositioneller in der DDR. Diese sei ein Unrechtsstaat gewesen, betonte er und ergänzte: "Wir sind die Gewinner der deutschen Einheit - alle in Deutschland, aber die Ostdeutschen noch einmal mehr."

Ausgehend von mehreren evangelischen Kirchen hatten in Leipzig am 9. Oktober 1989 rund 70.000 Menschen friedlich gegen die SED-Diktatur demonstriert. Einen Monat später fiel die Berliner Mauer. Der 9. Oktober sei ein großer Tag für die deutsche Geschichte, sagte Steinmeier. An die Demonstranten von damals gerichtet ergänzte er: "Sie haben unserer Demokratiegeschichte einen wichtigen Teil hinzugefügt."

Friedensgebet in der Nikolaikirche

Am Nachmittag war in der Nikolaikirche, die 1989 Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen war, das traditionelle Friedensgebet geplant. Anschließend soll es ein Lichtfest in der Innenstadt geben, zu dem Tausende Teilnehmer erwartet werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Oktober 2019 um 12:45 Uhr.

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