Max Otte | EPA

Bundespräsidentenkandidat der AfD Otte würde verzichten - unter Bedingung

Stand: 26.01.2022 15:25 Uhr

Max Otte hat angeboten, seine von der AfD unterstützte Bundespräsidentenkandidatur aufzugeben, sollte die Union einen eigenen Kandidaten aufstellen. Sein Amt als Vorsitzender der Werteunion lässt er ruhen.

Werteunion-Chef Max Otte will seine Kandidatur als Bundespräsidentenkandidat der AfD aufgeben, wenn die Unionsparteien einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken. In diesem Fall werde er "aus Respekt vor meiner Partei verzichten", sagte Otte in einem im Internet verbreiteten Video.

Otte will gegen Parteiausschluss vorgehen

Zudem kündigte er an, sich gegen seinen Ausschluss aus der CDU zu Wehr zu setzen. Sein Amt als Vorsitzender der Werteunion will er zunächst ruhen lassen. 

Er werde sämtliche "parteipolitischen Aktivitäten" bis nach der Wahl in der Bundesversammlung im Februar ruhen lassen, schrieb Otte in einer Presseerklärung, die von der Werteunion verbreitet wurde. Diese Entscheidung habe er "aus Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten und seiner Würde" getroffen.

Otte sieht sich als Christdemokrat

Otte wies den Vorwurf der CDU-Spitze zurück, dass er sich mit seiner Kandidatur für die AfD parteischädigend verhalte. Seine Bewerbung sehe er vielmehr als "demokratieförderndes Verhalten", weil sie Gräben zwischen den Parteien überbrücke, sagte er. Er betrachte sich selbst weiter als Christdemokrat. 

Die CDU-Spitze hatte dem 57-Jährigen am Dienstag als Konsequenz aus seiner Kandidatur für die AfD mit sofortiger Wirkung seine Mitgliedsrechte entzogen. Zudem wurde ein Verfahren zum Ausschluss Ottes aus der Partei eingeleitet. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sagte, Otte werde bis zur Entscheidung eines Parteigerichts über den Fall "mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres vorläufig ausgeschlossen".

Die CDU hatte sich entschieden, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen, sondern bei der Bundesversammlung Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier zu unterstützen.

Mitsch: Werteunion auflösen

Der Gründungsvorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, forderte die Abwicklung der Werteunion. "Nach der Wahl von Friedrich Merz zum CDU-Vorsitzenden sollte sich die Werteunion nun geordnet auflösen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Mitglieder, die an einer wirtschaftsliberalen und konservativeren Politik interessiert sind, sollten sich verstärkt in der CDU/CSU engagieren." Ottes Kandidatur als AfD-Bewerber bezeichnete Mitsch als "inakzeptabel".

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher verteidigte die Entscheidung, Otte aus der Partei auszuschließen. Wer meine, mit der AfD kooperieren zu müssen, gehöre nicht in die CDU, sagte sie im RBB. Außerdem habe sich Otte gegen den Beschluss der Partei gestellt, Steinmeiers Kandidatur zu unterstützen.

Zwischen der CDU und der AfD gebe es eine "Brandmauer", dies habe Ottes Ausschluss gezeigt, sagte Breher.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2022 um 1:003 Uhr.