Greta Thunberg hält anlässlich des globalen Klimastreiks am 24. September 2021 ein Rede vor den Demonstranten in Berlin. | EPA

Fridays for Future Klimaproteste in zahlreichen Städten

Stand: 24.09.2021 17:46 Uhr

Mit mehr als 400 Aktionen hatte "Fridays for Future" zum Klimastreik aufgerufen - und zahlreiche Menschen kamen. In Berlin hagelte es heftige Kritik an den Kanzlerkandidaten von Union und SPD.

Unter dem Motto "AlleFürsKlima" haben sich bundesweit zahlreiche Menschen am globalen Klimastreik der "Fridays for Future"-Bewegung beteiligt. Den Organisatoren zufolge gab es in ganz Deutschland mehr als 400 Aktionen.

In Berlin zogen die Teilnehmer bei einer Demonstration durch das Regierungsviertel der Hauptstadt. "Fridays for Future" selbst sprach von mehr als 100.000 Menschen. In ganz Deutschland hätten sich mehr als 620.000 Menschen an den Aktionen beteiligt.

Deutschland bleibt "Klima-Bösewicht"

Auch die Gründerin der "Fridays for Future"-Kampagne, Greta Thunberg, war anlässlich des Streiktages nach Berlin gereist. Die junge Schwedin drängte in einer Rede darauf, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden müsse, um die Erderwärmung zu begrenzen. Gleichzeitig mahnte sie, dass Deutschland nach wie vor zu den "größten Klima-Bösewichten" weltweit zählen würde:

Deutschland ist der viertgrößte Kohlenstoffdioxid-Emittent in der Geschichte, und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen.

Aus der Klimakrise könne sich die Politik nicht "herausinvestieren, bauen oder kaufen", sagte Thunberg weiter. Es brauche eine Veränderung des Systems "und je länger sie so tun, als könnten wir die Krise innerhalb des heutigen Systems lösen, desto mehr Zeit verlieren wir".

Scharfe Kritik an Laschet und Scholz

Luisa Neubauer, eines der bekanntesten Gesichter der Bewegung in Deutschland, warf zwei Tage vor der Bundestagswahl den Parteien vor, in keinem Wahlprogramm seien genügend Maßnahmen aufgeführt, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius einzudämmen. "Es gibt keine Ausreden mehr, das wissen wir alle. 1,5 Grad ist nicht verhandelbar", betonte Neubauer.

In ihrer Rede griff Neubauer die Kanzlerkandidaten von SPD und Union, Olaf Scholz und Armin Laschet, auch direkt an. Laschet warf sie vor, aufgrund der unzureichenden Pläne der Union für besseren Klimaschutz lügen zu müssen. Und auf einen Tweet von Scholz, in dem er den Teilnehmern des Klimastreiks für ihr Engagement dankte, konterte Neubauer, dass es die Regierung des SPD-Politikers sei, die heute bestreikt werde.

Kirche beteiligt sich an Streikaktionen

Auch in anderen Großstädten folgten Tausende dem Aufruf, für einen besseren Klimaschutz zu protestieren. In Hamburg kamen mehr als 20.000 Menschen zusammen, in München waren es laut Polizei ebenfalls mehr als 12.000 Menschen.

Auch Vertreter verschiedener Organisationen sowie aus der Kirche nahmen am Klimastreik teil. In Hannover kamen die Mitglieder des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer Kundgebung, darunter der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich. Wie der EKD mitteilte, stellten sich bundesweit Kirchengemeinden hinter den Klimaprotest, etwa durch Andachten, Gebete, oder durch das Läuten von Kirchenglocken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. September 2021 um 17:00 Uhr.