Armin Laschet | AFP

K-Frage der Union Laschet beruft CDU-Vorstand ein

Stand: 19.04.2021 14:27 Uhr

Weiter gibt es keine Entscheidung der Union in der K-Frage. Nach ergebnislosen Gesprächen in der Nacht soll jetzt eine Sondersitzung des CDU-Vorstandes helfen. CSU-Chef Söder bekräftigte seinen Anspruch.

Vor dem Hintergrund des ungeklärten Kandidatenstreits in der Union hat CDU-Chef Armin Laschet für den Abend eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands einberufen. Er wolle dabei einen Vorschlag unterbreiten, wie die Unionsparteien "sehr schnell in dieser Woche zu den erforderlichen Entscheidungen kommen".

"Ich finde, wir müssen viel im Gespräch sein im Moment, und habe deshalb auch Markus Söder eingeladen, an dieser Sitzung teilzunehmen", sagte Laschet weiter. Umgekehrt sei er bereit, in den CSU-Vorstand zu gehen. "Gerade in diesen Tagen müssen wir sehr viel miteinander reden, denn das Ziel ist, dass die Union diese Bundestagswahl gewinnt." Das gehe nur "mit viel Gemeinsamkeit und viel gemeinsamem Kontakt, mit einem gemeinsamen Wahlprogramm und einer gemeinsamen Person als Kanzlerkandidat".

Söder bekräftigt Anspruch

Söder bekräftigte in einem Statement seine Bereitschaft, für die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er weiter bereit sei, die Entscheidung der CDU über die Kandidatur zu akzeptieren.

Er kündigte aber an, nicht an dem Treffen des CDU-Vorstandes teilzunehmen, da dies Laschet aus Zeitgründen auch bei der CSU-Vorstandssitzung nicht möglich gewesen sei.

Seit mehr als einer Woche streiten Laschet und Söder über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis Sonntag eine Lösung präsentieren wollen. In der Nacht zum Montag berieten beide rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags in Berlin. Es gab aber am Ende keine Einigung.

Entscheidung in der Fraktion?

Vor allem Unterstützer von Söder dringen darauf, die Frage der Kanzlerkandidatur in der Bundestagsfraktion entscheiden zu lassen, wenn die Parteichefs weiterhin keine einvernehmliche Lösung finden. Sie könnten versuchen, eine solche Abstimmung in der regulären Fraktionssitzung am Dienstag durchzusetzen. Befürworter eines solchen Vorgehens sammeln in der Fraktion derzeit Unterschriften. In der Fraktion verfügt Söder über beträchtlichen Rückhalt auch unter CDU-Abgeordneten. 

"Alles versuchen", um Fraktionsabstimmung zu vermeiden

Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Frei (CDU) warnte vor einer Fraktionsabstimmung: "Das wäre nicht nur ein Schaden für die Fraktion, sondern auch für beide Parteien", sagte er den Sendern RTL und n-tv. "Wir sollten alles versuchen, dass das vermieden wird."

Vermieden werden könne dies aber nur, wenn sich Laschet und Söder einigten. Frei äußerte die Hoffnung, dass es dazu noch am Montag kommen könnte: "Ich setzte darauf, dass die beiden in den nächsten Stunden gemeinsam entscheiden."

Der CDU-Haushälter Eckhardt Rehberg rief Söder zu einem sofortigen Rückzug auf. "Ich erwarte, dass Markus Söder heute zurückzieht. Die CDU Deutschlands hat einen klaren Anspruch auf die Kanzlerkandidatur", sagt Rehberg der "Rheinischen Post". "Die Entscheidung muss jetzt binnen weniger Stunden geklärt werden, weil der Schaden für die Union insgesamt sonst immer größer wird."

Große Mehrheit in der Jungen Union für Söder

Der Rückhalt für CDU-Chef Laschet war zuletzt weiter geschwunden. Zuletzt sprachen sich die Landesvorsitzenden der Jungen Union (JU) mit großer Mehrheit für eine Kandidatur von Söder aus, wie JU-Chef Tilman Kuban mitteilte. Nur der JU-Landesverband aus Laschets Heimatland Nordrhein-Westfalen habe sich in einer Konferenz klar hinter den CDU-Chef gestellt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. April 2021 um 14:00 Uhr.