Hände halten Geldscheine (Euro). | picture alliance/dpa

Pläne der Bundesregierung Frührentner sollen grenzenlos zuverdienen können

Stand: 31.08.2022 16:29 Uhr

Bessere Verdienstmöglichkeiten für Frührentner: Für sie soll es ab Anfang 2023 keine Grenzen mehr geben, wieviel sie ohne Abzüge bei der Rente hinzuverdienen dürfen. Das sehen entsprechende Pläne der Regierung vor.

Frührentner können ab dem kommenden Jahr Geld in unbegrenzter Höhe durch eine Beschäftigung hinzuverdienen, ohne ihre Rentenzahlungen zu gefährden. Das Bundeskabinett beschloss den Wegfall der bisher geltenden Hinzuverdienstgrenze zum 1. Januar 2023 bei vorgezogenen Altersrenten.

Bisher darf erst ab Erreichen der Regelaltersgrenze bei der Rente - derzeit abhängig vom Lebensalter zwischen 65 und 67 Jahren - grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdient werden. Wer früher in Rente geht, hätte nach geltender Rechtslage im kommenden Jahr nur maximal 6300 Euro pro Jahr hinzuverdienen dürfen. Bei einem Überschreiten des Betrags wäre es zu einer Kürzung oder gar zu einer Streichung der Rente gekommen.

Grenze soll ab 2023 wegfallen

Für die Jahre 2020 bis 2022 war die Hinzuverdienstgrenze im Rahmen einer befristeten Corona-Sonderregelung auf gut 46.000 Euro im Jahr erhöht worden. Hiermit habe die Regierung "gute Erfahrungen gemacht", erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Regierung ermögliche "nun dauerhaft, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibel zu gestalten."

Ohne die nun geplante Gesetzesänderung wäre die Grenze zum 1. Januar 2023 automatisch wieder auf 6300 Euro geschrumpft.

Weiter heißt es in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Gesetzentwurf: "Durch die damit einhergehende Flexibilität beim Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand kann ein Beitrag geleistet werden, dem bestehenden Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken."

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger begrüßte den Kabinettsbeschluss und sprach von einem überfälligen Schritt, um mehr Menschen in Beschäftigung zu halten. "Der nächste Schritt muss jetzt der Wegfall der Förderung der Frühverrentung sein", forderte Dulger. "Die abschlagsfreie Rente ab 63 sollte so schnell wie möglich auslaufen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2022 um 15:00 Uhr.