Jens Spahn lässt sich gegen Grippe impfen. | AFP

Corona und Grippe Spahn und Wieler werben für Doppelimpfung

Stand: 06.10.2021 12:24 Uhr

Im Herbst könnte Deutschland eine doppelte Infektionswelle durch Corona und Grippe drohen - und damit eine Überlastung der Krankenhäuser. Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler riefen die Bürger deshalb auf, sich besonders zahlreich impfen zu lassen.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Deutschen zur Grippeimpfung aufgerufen. "Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen", sagte der CDU-Politiker. Es seien "mehr als genug" Impfstoffe bestellt worden - 27 Millionen Dosen stünden zur Verfügung. In der vergangenen Grippesaison seien 22 Millionen Impfdosen verabreicht worden, deutlich mehr als in den Jahren davor. "Wir wollen gern wieder eine solche Quote erreichen", sagte Spahn. So könne viel Leid und Tod vermieden werden.

Da es in Deutschland im vergangenen Jahr infolge des teilweisen Lockdowns so gut wie keine Grippe gegeben hatte, sei das Risiko einer Grippewelle in diesem Jahr umso höher, sagte der Minister. Wer sich noch nicht gegen Corona habe impfen lassen, könne dies mit der Grippeimpfung kombinieren und sich gleich doppelt impfen lassen. "Doppelt Impfen-Gehen führt auch zu doppeltem Schutz". Dies könne dabei helfen, eine Überlastung des Gesundheitssystems im weiteren Verlauf des Herbstes und im Winter zu vermeiden.

Risiko für ältere und chronisch Kranke

Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte, es lasse sich nicht vorhersehen, wie sich die Grippe entwickeln werde. Mit einer Zunahme der Covid-19-Fallzahlen sei allerdings zu rechnen. Beide Krankheiten seien insbesondere für ältere und chronisch Kranke ein Risiko.

Er warnte deshalb vor einer Doppelbelastung des Gesundheitssystems. Es gelte zu verhindern, dass zu viele Fälle der beiden Erkrankungen parallel versorgt werden müssen, sagte der RKI-Chef. "Wenn viele Covid-19- und viele Grippe-Erkrankte gleichzeitig auftreten, dann werden die Krankenhäuser massiv belastet."

Dies wäre auch gefährlich für andere Patienten, die die Krankenhausbetten benötigten. Ein solches Szenario lasse sich am besten mit Impfungen und dem Tragen von Masken, Abstand halten, Hygiene, Lüften und Nutzen der Corona-Warn-App vermeiden, betonte Wieler.

Impfung grundsätzlich ratsam

Die Grippe-Impfung werde insbesondere für über 60-Jährige und chronisch kranke Menschen sowie Schwangere und alle Berufsgruppen empfohlen, die mit diesen Risikogruppen zu tun haben. Aber auch alle anderen könnten sich nach Rücksprache mit Ärzten impfen lassen, sagte Wieler. Die Corona-Impfung wird allen ab 12 Jahren empfohlen - der Chef der Gesundheitsbehörde rief erneut dazu auf, dieses Angebot wahrzunehmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Oktober 2021 um 13:00 Uhr.