Friedrich Merz spricht Mitte Oktober auf einem Kongress der Jungen Union. | AFP

Suche nach neuem CDU-Chef Merz kann sich dritten Anlauf vorstellen

Stand: 07.11.2021 16:05 Uhr

Die Suche nach dem CDU-Vorsitz ist offiziell eröffnet - schon jetzt wird über potenzielle Kandidaten gemunkelt. Darunter auch Friedrich Merz. Seine Bewerbung käme wenig überraschend, doch noch räumt er seine Ambitionen zurückhaltend ein.

Die CDU will sich nach dem Debakel bei der Bundestagswahl neu aufstellen - und beginnen soll es ganz oben, beim Parteivorsitz. Seit Samstag können sich Kandidaten und Kandidatinnen um den Posten an der Spitze bewerben.

Als einer derjenigen, die bereits vor dem offiziellen Start der "Nominierungsphase" als potenzieller Nachfolger von Armin Laschet gehandelt wurden, zählt Friedrich Merz. Und der bestätigte bei einem Auftritt vor dem Bundesverband der Lesben- und Schwulen in der Union (LSU) seine Ambitionen, ins Rennen um das Amt einzusteigen - wenn auch noch mit einer gewissen Zurückhaltung.

"Ich neige dazu, das zu tun", sagte Merz in seiner Rede vor der LSU, wie der "Spiegel" berichtete. Endgültig Klarheit werde es "innerhalb der nächsten Woche" geben, versprach Merz.

Ambitionen kommen wenig überraschend

Überraschend käme seine Bewerbung nicht, immerhin hatte Merz es schon zweimal versucht, die Parteispitze für sich zu ergattern. Versuch Nummer eins kam 2018 - doch in der Stichwahl konnte sich schließlich Noch-Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer durchsetzen.

Der zweite Versuch folgte, als die Christdemokraten erst im vergangenen Dezember die Suche nach einem Vorsitzenden erneut eröffneten. Diesmal zählten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Außenpolitiker Norbert Röttgen zur Konkurrenz. Doch nach Vorstellungsrunden und Triell-Debatten ging der Posten letztendlich im Januar an den späteren Kanzlerkandidaten Laschet.

Auch im neuen Ringen um die Neubesetzung der Parteispitze tauchen neben Merz die Namen von damals wieder auf: Röttgen, Spahn, aber auch Carsten Linnemann oder Ralph Brinkhaus werden als mögliche Kandidaten gehandelt.

Eine Kandidatenreihe ohne Frauen?

Bei seinem Auftritt vor der LSU versuchte Merz den Blick weg vom Parteivorsitz hin zum größeren Ziel der Erneuerung der CDU zu lenken. Es gehe allerdings nicht nur um seine Person, die Zukunft der CDU müssten nun mehr Christdemokraten in die Hand nehmen als nur einer, zitierte ihn der "Spiegel" weiter. Und er spielt auch auf das Manko, dass die bisherige Reihe potenzieller Kandidaten für den Vorsitz recht einseitig geprägt ist - männlich und allesamt aus Nordrhein-Westfalen. Darum betonte Merz:

Mir ist völlig klar, dass das Bild der CDU nicht allein bestimmt werden kann von weißen Männern aus Nordrhein-Westfalen. Wir müssen da sehr viel breiter aufgestellt werden. Und ich bemühe mich, auch das mit zu ermöglichen.

Die Basis hat die Wahl

Bis zur Entscheidung, wer künftig den Vorsitz der Christdemokraten übernimmt, wird es aber noch dauern. Zunächst kann sich bis zum 17. November bewerben, wer will und die nötige Unterstützung eines Landes- oder Bezirksverbandes hinter sich weiß. Danach folgt die Phase des Vorstellens mit digitalen Auftritten vor der Mitgliederbasis. Denn die soll schließlich entscheiden - ab dem 4. Dezember können die Parteimitglieder online oder per Briefwahl abstimmen. Am 17. Dezember soll das Ergebnis feststehen, vorausgesetzt es kommt nicht zu einer Stichwahl. Formell soll der CDU-Chef - oder doch noch eine mögliche Chefin - auf dem Parteitag am 14. Januar ins Amt gewählt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2021 um 17:00 Uhr.