Malariapatientin am Tropf | AFP

Infektionskrankheiten Mehr Geld für Kampf gegen Epidemien

Stand: 08.09.2022 11:28 Uhr

Die Bundesregierung erhöht ihre Finanzhilfen für den globalen Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. 1,3 Milliarden sollen an einen Globalen Fonds gehen. Ziel sei es, die durch die Corona-Pandemie entstandenen Rückstände aufzuholen.

Die Bundesregierung stockt ihren Beitrag zur weltweiten Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria deutlich auf. Deutschland werde in den Jahren 2023 bis 2025 insgesamt 1,3 Milliarden Euro zum Globalen Fonds gegen die drei Krankheiten beisteuern, kündigte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze an. Dies ist eine Erhöhung des deutschen Beitrags um 30 Prozent im Vergleich zur letzten Förderperiode 2020 bis 2022, wie das Entwicklungsministerium (BMZ) mitteilte. Das Geld geht an den Globalen Fonds.

"Jedes Jahr erkranken und sterben an diesen Krankheiten nach wie vor unzählige Menschen", sagte Schulze. "Die gute Nachricht: Wir können diese Epidemien beenden, wenn wir solidarisch sind." Sie verwies auf bestehende Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten für alle drei Krankheiten wie Medikamente und Moskitonetze.

Rückschläge wegen Corona

Bei der Bekämpfung der drei Infektionskrankheiten habe es "erhebliche Rückschläge" in der Corona-Pandemie durch Lockdowns, Lieferengpässe und überlastete Krankenhäuser gegeben - mit drastischen Folgen für die Betroffenen, so die Ministerin weiter. Laut Globalem Fonds starben allein im Jahr 2020 weltweit über 100.000 Menschen mehr als im Vorjahr an Tuberkulose.

Auch die Zahl der Malaria-Toten ist nach BMZ-Angaben im Jahr 2020 mit 69.000 zusätzlichen Fällen erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegen. Die Beendigung dieser Epidemien ist eines der globalen Nachhaltigkeitsziele, die die UNO bis 2030 erreichen will. Der Globale Fonds spielt dabei eine wichtige Rolle.

18 Milliarden gegen die Epidemien

Seit Beginn der Corona-Pandemie beklagt der Fonds aber deutliche Rückschritte bei der Bekämpfung der drei Krankheiten. So ging seit 2020 etwa die Zahl der HIV-Tests zurück, und weniger HIV-infizierte Menschen begannen eine Behandlung.

Ziel des Globalen Fonds ist es den Angaben zufolge, diese Rückschläge aufzuholen und die drei Epidemien zu beenden. Am 18. und 19. September wird in New York die GFATM-Wiederauffüllungskonferenz für die kommenden drei Jahre stattfinden. 18 Milliarden US-Dollar soll die Konferenz mobilisieren.

Deutschland als Vorreiter

GFATM-Exekutivdirektor Peter Sands sagte: "Mit der Zusage eines um 30 Prozent gesteigerten Beitrags unterstreicht die deutsche Bundesregierung deutlich ihre Vorreiterrolle bei der Beendigung von Aids, Tuberkulose und Malaria." Für die Jahre 2020 bis 2022 hatte Deutschland insgesamt eine Milliarde Euro bereitgestellt und war damit der viertgrößte staatliche Geber des Fonds.

Der GFATM wurde 2002 gegründet. Er gilt als die bedeutendste internationale Bekämpfungsstrategie gegen die drei Krankheiten. Der Fonds legt keine eigenen Programme auf, sondern finanziert nationale Maßnahmen gegen die Krankheiten. Seit seiner Gründung konnte der Globale Fonds mit seinen Partnern den Angaben zufolge in mehr als 120 Partnerländern helfen, rund 44 Millionen Menschenleben zu retten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. September 2022 um 11:00 Uhr.