Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer | dpa

Afghanistan-Aufarbeitung Kramp-Karrenbauer hält an Konferenz fest

Stand: 04.10.2021 17:30 Uhr

Die Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und auch der Union hatten den Termin mitten in den Sondierungsverhandlungen abgesagt. Dennoch will die Bundesverteidigungsministerin am Mittwoch über den Afghanistan-Einsatz diskutieren.

Obwohl Verteidigungspolitiker aus mehreren Fraktionen den Termin abgesagt haben, will Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch die Debatte zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan starten. Den abwesenden Fraktionen würden anschließend Berichte zur Verfügung gestellt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Die Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und auch der Union hatten die Terminsetzung zuvor kritisiert. Den Termin mitten in die Sondierungsphase für eine neue Regierung zu legen, sei "völlig unpassend".

An der ganztägigen Veranstaltung mit dem Titel "20 Jahre Afghanistan - Startschuss für eine Bilanzdebatte" werden unter anderem Außenminister Heiko Maas und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, teilnehmen. Außerdem soll NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ein Grußwort sprechen.

Würdigung der Soldaten

Am 13. Oktober ist zudem eine Würdigung des Afghanistan-Einsatzes geplant. Diese sei man den Soldaten schuldig, so der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Der Einsatz müsse aber ebenso durch die höchsten Vorgesetzten bewertet werden. "Wir müssen insgesamt in einer kritischen Bilanz offen darüber reden, was gut war, was nicht gut war und was wir gelernt haben", so der Ministeriumssprecher.

Kritik am Kommunikationsstil

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Klagen über den Kommunikationsstil von Kramp-Karrenbauer gegeben, etwa bei der Bundeswehrreform oder dem Umbau der Eliteeinheit KSK. Auch der Termin zum Afghanistan-Einsatz so kurz nach der Bundestagswahl war schon vor Wochen kritisiert worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2021 um 06:40 Uhr.