Lawinenabgang | picture alliance / Jean-Christop
Hintergrund

Schnee in den Alpen Diese Lawinen sorgen für Gefahr

Stand: 14.01.2019 13:49 Uhr

In den Alpenregionen besteht weiter Lawinengefahr: Vor allem Neuschnee und Wind sorgen für Probleme. Das sind die typischen Lawinenarten.

Von Lena-Maria Reers, tagesschau.de

Die Schneebrettlawine

Sie entsteht an Hängen mit 30 bis 45 Grad Neigung, also dort, wo oft auch Skifahrer und Snowboarder unterwegs sind. Voraussetzung für sie ist es, dass Schnee unterschiedlicher Schneefallperioden übereinander liegt. Außerdem muss sich der Schnee der oberen Schicht zu einem Brett verdichten. Das passiert beispielsweise durch Wind während des Schneefalls.

Bildet eine ältere, weiter unten liegende Schneeschicht dann Kristalle, spricht man von einer "Schwachschicht". Diese kann durch eine Zusatzlast brechen; es reicht zusätzlicher Schnee, der den Druck auf diese Schicht erhöht. Der Bruch pflanzt sich sekundenschnell in alle Richtungen fort, ein großes Schneebrett löst sich und geht ab. Diese Lawine kann auch von unten ausgelöst werden, wenn der Bruch dort entsteht und sich nach oben ausbreitet.

Die Lockerschneelawine

Sie entsteht an besonders steilen Hängen mit bis zu 60 Grad Neigung und zwar einfach durch eine punktuelle Bewegung. Kommt in der Natur etwas ins Rollen, beispielsweise ein Stein oder ein kleines Stück Schnee nimmt dieses Element immer mehr Schnee mit und die Lawine wird nach und nach immer größer.

Schneebrettlawinen und Lockerschneelawinen können sich laut Deutschem Alpenverein zu Staublawinen entwickeln: Das passiert, wenn der abgehende Schnee trocken ist und sich dann Luft untermischt, zum Beispiel wenn eine Lawine über eine Bergkante springt.

Die Staublawine entsteht nur, wenn der Hang steil - und der Weg ins Tal lang ist. Dann entwickelt sie eine enorme Druckwelle. Diese kann laut Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung bis zu 400 km/h schnell werden und ganze Ortschaften zerstörenn. In Deutschland ist sie extrem selten.

Die Gleitschneelawine

Die Gleitschneelawine entsteht oft auf Wiesenhängen, wenn sich zwischen Schnee und Untergrund ein Wasserfilm bildet. Das Schneepaket rutscht ab und es bildet sich ein Spalt in der Schneedecke, das so genannte Gleitschneemaul. Einmal gebildet, kann das Maul immer größer werden und darunterliegende Schneemassen ins Tal schieben. Vor diesen Lawinen wird zurzeit in Bayern gewarnt.

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 08. Januar 2019 um 15:04 Uhr in der Sendung "Quarks - Wissenschaft und mehr".