Karl Lauterbach steht im Kinderimpfzentrum Hannover. | REUTERS

Lauterbach zu Omikron-Variante "Stehen vor massiver fünfter Welle"

Stand: 17.12.2021 14:19 Uhr

In Großbritannien breitet sich die Omikron-Variante in hohem Tempo aus. Nach Gesprächen mit britischen Kollegen warnte Gesundheitsminister Lauterbach nun: Er gehe von einer "massiven fünften Welle" in Deutschland aus.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich besorgt über den weiteren Verlauf der Pandemie in Deutschland. Mit Blick auf die neue Coronavirus-Variante Omikron sagte der SPD-Politiker in Hannover, er gehe von einer "massiven fünften Welle aus".

Er sei mit Kollegen in Großbritannien in Kontakt, und deren Berichte seien besorgniserregend. "Das heißt, wir müssen uns hier tatsächlich auf eine Herausforderung einstellen, die wir in dieser Form noch nicht gehabt haben", sagte Lauterbach bei einem Besuch der niedersächsischen Landesregierung.

"Schlüsselpunkt der Pandemie"

Eine Ausbreitung dieser Virusvariante auch in Deutschland sei nicht mehr zu verhindern, sagte Lauterbach. Auch ein milder Verlauf der Erkrankung werde an der Gefahr nichts verändern. "Er würde vielleicht die Zahl der Sterbefälle für zwei oder drei Wochen gering halten. Dann aber hätte das Wachstum der Fälle diesen Vorteil schon aufgezehrt." Das bedeute eine hohe Herausforderung für die Krankenhäuser, die Intensivstationen und die ganze Gesellschaft.

Der Minister sagte: "Wir sind an einem Schlüsselpunkt der Pandemie." Es sei nun geboten, die Omikron-Welle so weit wie möglich aufzuhalten, betonte Lauterbach. So könne Zeit gewonnen werden, so viele Menschen wie möglich mit einer Booster-Impfung auszustatten. Für diese Auffrischungsimpfungen stehe momentan vor allem der Impfstoff von Moderna zur Verfügung, der genauso wirksam sei wie der von BioNTech/Pfizer, unterstrich der Bundesminister.

Testen, testen, testen an den Weihnachtstagen

Mit Blick auf die Weihnachtstage appellierte Lauterbach an alle Bürgerinnen und Bürger, bei Reisen nach dem Grundsatz vorzugehen: "Wir schützen uns gegenseitig." Jeder sollte sich vorher testen lassen oder zumindest selbst testen - bevorzugt mehrfach. Der Minister machte deutlich, dass vor allem für Menschen ohne Booster-Impfung besondere Vorsicht geboten sei.

Kritisch äußerte sich der Minister über ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen, das die 2G-Regelung im Einzelhandel am Donnerstag gekippt hatte. Die Entscheidung habe ihn überrascht. Er betreibe keine Kritik an Gerichten, "das verbietet sich natürlich", sagte Lauterbach. "Aber trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass es weder epidemiologisch noch gesundheitspolitisch Sinn macht, eine solche Regel jetzt zu kippen, insbesondere in Anbetracht der vor uns stehenden Omikron-Welle."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 17. Dezember 2021 um 22:10 Uhr.