Studentinnen und Studenten mit Mund-Nasen-Schutz sitzen während eines Kurses in einem Hörsaal in der Juristischen Fakultät der Universität Neuenburg. | picture alliance/dpa/KEYSTONE

Hochschulen in Deutschland Erstmals studieren mehr Frauen als Männer

Stand: 28.09.2022 14:29 Uhr

Im vergangenen Winter haben laut Centrum für Hochschulentwicklung zum ersten Mal mehr Frauen als Männer an deutschen Hochschulen studiert. Die höchsten Posten sind demnach aber immer noch häufiger männlich besetzt.

Im vergangenen Wintersemester 2021/2022 haben erstmals mehr Frauen an deutschen Universitäten studiert als Männer. Frauen hatten einen Anteil von 50,2 Prozent, wie eine neue Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zeigt. In den vergangenen Jahrzehnten stieg der Frauenanteil demnach stetig an - 1998/1999 hatte er noch bei 44,5 Prozent gelegen.

Weibliche Erstsemester dominieren seit 2016

Im Ländervergleich hat Thüringen mit 59,5 Prozent den höchsten Frauenanteil an den Hochschulen. Das sei jedoch auf die private internationale Hochschule IU mit Hauptsitz in Erfurt zurückzuführen, die mit rund 65 Prozent einen hohen weiblichen Anteil habe.

Auf ganz Deutschland gerechnet dominieren die weiblichen Erstsemester die Anfängerjahrgänge seit 2016. Auch bei den Abschlussprüfungen sind Absolventinnen mit 52,9 Prozent in der Mehrheit. Fächer wie Germanistik, Erziehungswissenschaft, soziale Arbeit und Psychologie haben Frauenanteile von mehr als 75 Prozent.

Weniger Frauen in Führungspositionen

Die Ergebnisse decken sich laut CHE mit internationalen Trends. Einer Auswertung des internationalen Hochschulrankings U-Multirank von mehr als 2200 Fachbereichen zufolge haben Frauen in Bachelorstudiengängen einen Anteil von 53,6 Prozent, in Masterstudiengängen von 54,1 Prozent. Anteile von je über 80 Prozent wiesen die Fächer Pflegewissenschaft, Erziehungswissenschaft und soziale Arbeit auf.

Dennoch gibt es laut CHE international nach wie vor eine "gläserne Decke" bei Führungspositionen. Während der Frauenanteil bei Doktoranden und akademischen Mitarbeitern noch ausgeglichen sei, sinke er bei Professuren und Hochschulleitungen auf 29 beziehungsweise 20 Prozent. Eine ähnliche Situation gebe es auch in Deutschland.