Kinder sitzen in einem Klassenzimmer vor Lehrern | dpa

Schulen in der Corona-Pandemie Rückkehr in den Regelbetrieb

Stand: 31.05.2021 07:48 Uhr

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen geht weiter zurück. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 35,1. In vielen Bundesländern starten die Schulen den Präsenzunterricht wieder mit voller Klassenstärke.

Die Corona-Zahlen sinken, die Zeit des Distanz- und Wechselunterrichts ist vielerorts vorbei: Immer mehr Bundesländer kehren diese Woche zum Regelbetrieb in den Schulen zurück. Die Masken- und Testpflicht gilt aber weiterhin.

So startet das bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen heute flächendeckend wieder mit Präsenzunterricht. Auch Länder wie Niedersachsen, das Saarland oder Hamburg kehren weitgehend zum Normalbetrieb mit ganzen Klassen zurück. In Brandenburg gilt das zunächst nur für die Grundschulen. Einzige Ausnahme ist die Stadt Brandenburg/Havel, wo die Zahlen noch zu hoch sind. In einer Woche sollen auch die weiterführenden Schulen folgen. Stufenpläne gibt es auch anderswo.

Das Infektionsgeschehen flaut indes weiter ab. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 1978 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2682 Ansteckungen gelegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut leicht auf 35,1. Am Tag zuvor betrug der Wert 35,2.

MV startete schon am Donnerstag

In Mecklenburg-Vorpommern, dem Land mit der bundesweit geringsten Inzidenz, sind die Schülerinnen und Schüler schon am Donnerstag in die Klassen zurückgekehrt. Berlin dagegen will bis zu den Sommerferien (Beginn 24. Juni) am Wechselunterricht festhalten. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte zuletzt darauf verwiesen, dass in der Hauptstadt die Inzidenz unter Schülern höher sei als im Durchschnitt. Das könne man nicht wegdiskutieren, sagte er beim Bund-Länder-Gipfel vergangene Woche.

Auch Rheinland-Pfalz lässt sich noch etwas Zeit. Dort stehen nach dem Ende der Pfingstferien in einer Woche noch zwei Wochen Wechselunterricht auf dem Stundenplan, bevor es für alle ins Klassenzimmer zurückgeht. In Süddeutschland sind noch Pfingstferien. In Bayern ist danach (ab 7.6.) bei stabilen Inzidenzen unter 50 überall Präsenzunterricht ohne Abstand geplant. Vor den Pfingstferien gab es das nur an Grundschulen und Teilen von Förderschulen.

In Baden-Württemberg sollen nach den Ferien zumindest Grundschulen sowie die Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren zum Präsenzunterricht zurückkehren, sofern die Inzidenzen zwischen 50 und 100 liegen. Ab dem 11. Juni soll dies auch für alle Schüler ab Klasse fünf gelten, die derzeit noch im Wechselunterricht sind.

Kritik vonseiten des Bundeselternrats

Der Bundeselternrat kritisierte die unterschiedliche Marschroute der Länder. "Es ist wie seit Ausbruch der Pandemie: Jedes Bundesland macht, was es will", beklagte die Vorsitzende Sabrina Wetzel. "Wir fordern auch bei den Öffnungen eine einheitliche Linie." Für Eltern seien die unterschiedlichen Regelungen nicht nachvollziehbar. Und: "Es ist auch ungerecht den Kindern gegenüber."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. Mai 2021 um 04:40 Uhr.

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KOMMENTARE

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Kaneel 31.05.2021 • 13:30 Uhr

11:52 von werner1955

Aber für die vielen Ärtzte und Pflegekräfte wird es jetzt wohl bald wieder sehr schlimm werden. Das glaube ich nicht. Die Pandemie scheint offensichtlich in Wellen zu verlaufen und derzeit sieht es glücklicherweise ganz gut aus. Das Infektionsgeschehen wird weiterhin beobachtet, und sicherlich werden Maßnahmen schnell ergriffen, wenn die Zahlen das hergeben. Ich frage mich, ob es hilfreich ist, immer vom Schlimmsten auszugehen. Sehr viele sind mittlerweile einmal geimpft, an Schulen und überall, wo kein Abstand eingehalten werden kann, sollten regelmäßige Tests m.E. weiterhin durchgeführt werden.