Leute stehen vor einem Impfzentrum in Sachsen an. | dpa

Corona in Deutschland 40 Millionen Impfdosen verabreicht

Stand: 17.05.2021 11:16 Uhr

37 Prozent der Deutschen sind mindestens einmal geimpft. Doch während die Impfkampagne voranschreitet, warnt der Marburger Bund vor einer Aufhebung der Priorisierung in den Arztpraxen.

Die Impfkampagne in Deutschland gewinnt weiter an Fahrt. Bis zum Morgen wurden mehr als 40 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mitteilte. Damit seien 30,7 Millionen oder 37 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft. Mehr als 9,3 Millionen oder 11,2 Prozent hätten bereits zwei Impfungen bekommen und somit den vollen Schutz.

"Dadurch gibt es nicht mehr Impfstoff"

Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, warnte derweil vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, "sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren", sagte Johna im Deutschlandfunk. Wer besonders drängele komme dadurch möglicherweise früher zum Zug, als Menschen, die besonders geschützt werden müssen. Schon jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte "wie die letzte Mauer" bei der Impfstoffvergabe.

Die Impfpriorisierung habe nicht nur die Menschen vorgezogen, die ein Risiko hatten schwer zu erkranken - sondern habe auch Menschen mit einem geringeren Risiko eine Vorstellung davon gegeben, wann sie drankommen, sagte Johna. "Wenn ich jetzt gleichzeitig allen Menschen die Vorstellung gebe, sie könnten drankommen, gleichzeitig aber das Gut so knapp ist, dass das gar nicht möglich ist, führt das doch zu Frustration."

Ramelow kündigt Aufhebung der Priorisierung an

Sollte genügend Impfstoff verfügbar sein, will auch Thüringen die Hausärzte frei entscheiden lassen. Ministerpräsident Bodo Ramelow kündigte die Aufhebung der Impfpriorisierung in seinem Bundesland im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF an. "In dem Moment, wo in den Hausarztpraxen ausreichend Impfmaterial da ist, kann der Hausarzt das entscheiden", sagte der Linken-Politiker. Schon jetzt gebe es Hausärzte, die in der Entscheidung freier sind. Die Impfpriorität der Ständigen Impfkommission diene aber als Orientierung. "In Impfzentren, die wir auch dauerhaft aufrechterhalten für die nächsten Monate, wird entlang der Impfpriorisierung weitergeimpft, bis genügend Impfstoff da ist", sagte Ramelow weiter.

In mehreren Bundesländern endet in dieser Woche bereits die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2021 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.