Die amerikanisch-iranische Schriftstellerin Dina Nayeri | Bildquelle: picture alliance / Dave Johnston

Schriftstellerin ausgezeichnet Geschwister-Scholl-Preis für Dina Nayeri

Stand: 09.10.2020 16:20 Uhr

"Der undankbare Flüchtling" heißt das Buch, für das die Schriftstellerin Nayeri mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wird. Die Begründung: Es sei ein Plädoyer, die Würde eines jeden Menschen anzuerkennen.

Die iranisch-amerikanische Autorin Dina Nayeri erhält den diesjährigen Geschwister-Scholl-Preis. Sie werde für ihr Buch "Der undankbare Flüchtling" ausgezeichnet, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern - mit.

Dina Nayeri

Die Schriftstellerin Dina Nayeri wurde 1979 während der Islamischen Revolution im Iran geboren und emigrierte als Zehnjährige in die USA. Sie studierte in Princeton und Harvard und schrieb neben "Der undankbare Flüchtling" zwei weitere Bücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Nayeri lebt heute in Paris.

In der Jurybegründung heißt es, Nayeris Buch erinnere an eines der wichtigsten globalen Themen unserer Zeit: die derzeit laut UNHCR-Angaben rund 80 Millionen Menschen, die sich weltweit vor bewaffneten Konflikten, Kriegen und schweren Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht befinden.

"Einfühlsam und eindringlich"

Die 41-Jährige Autorin sei selbst im Kindesalter auf der Flucht gewesen, bis sie und ihre aus dem Iran stammende Familie Asyl in den USA bekamen.

In der Begründung der Jury heißt es:

"Die eigene Biographie verbindet Dina Nayeri mit anderen Fluchtgeschichten unserer Zeit. Sie berichtet - einfühlsam und eindringlich - von Menschen, die vor Verfolgung, Kriegen und Bürgerkriegen fliehen, in der Hoffnung auf ein Leben in Frieden und Freiheit."

Nayeris Buch sei ein Plädoyer, die Würde eines jeden Menschen anzuerkennen.

Lebenslanger Kampf um Anerkennung

Dabei richte Nayeri den Blick auch auf die schwierige Situation der Migranten in den Ankunftsländern, wo sie sich mit Vorbehalten in den Behörden und der Gesellschaft konfrontiert sähen, so die Jury. Migranten verbrächten den Rest ihres Lebens damit, darum zu kämpfen, dass man ihnen glaube, schreibe Nayeri. Für die Aufnahme in eine Gesellschaft werde von ihnen Dankbarkeit erwartet sowie der Verzicht auf die künftige eigene Identität und Kultur.

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis wird den Angaben zufolge jährlich ein Buch gewürdigt, "das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben". Die Auszeichnung soll am 30. November in München übergeben werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 09. Oktober 2020 um 14:30 Uhr.

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