Arbeitnehmerin an einem Laptop | Bildquelle: dpa

Einkommen bei Paaren Jede siebte Frau ist Hauptverdienerin

Stand: 06.01.2019 10:55 Uhr

Immer noch verdient der Mann in den allermeisten Paaren mehr als seine Partnerin. Aber aktuelle Statistiken zeigen: Die Lücke schließt sich - wenn auch langsam. Bei bestimmten Paaren geht es schneller.

In Deutschland verdienen etwas mehr Frauen als noch vor einigen Jahren im gemeinsamen Haushalt mindestens so viel wie ihr Partner. Bei genau einem Viertel der Paare lag das Einkommen der Frau 2017 auf dem Niveau des Mannes oder darüber. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts, über die die "Welt am Sonntag" berichtet.

Dabei überstiegen die Einkünfte der Frau in rund 14 Prozent der Fälle diejenigen des Mannes - in rund elf Prozent wurde ein ähnliches Einkommen genannt. Die Angaben der Statistiker stammen aus dem sogenannten Mikrozensus und beziehen sich auf gemischtgeschlechtliche Paare.

Leichter Aufwärtstrend

Obwohl Frauen in vielen Berufen weiterhin weniger verdienen als Männer, zeigen die Zahlen im Vergleich zu früheren Jahren einen Trend: Im Jahr 2003 etwa war erst bei rund 21 Prozent der Paare das Einkommen der Frau mindestens so hoch wie das des Mannes, in elf Prozent der Fälle war sie Hauptverdienerin.

Schon 2003 trugen Frauen in nichtehelichen Lebensgemeinschaften häufig mehr zum Haushaltseinkommen bei als bei Eheleuten. Auch bei jüngeren Paaren und Haushalten in Ostdeutschland war dies ausgeprägter.

Frauen verdienen 21 Prozent weniger

Im März hatte das Bundesamtes bekanntgegeben, dass Männer 2017 in Deutschland auf einen durchschnittlichen Bruttostundenlohn von 21 Euro kommen. Bei den Frauen waren es mit 16,59 Euro 21 Prozent weniger. Damit war die grundsätzliche Einkommenslücke so groß wie im Vorjahr.

Die Statistiker führten vor allem strukturelle Gründe an: In Berufen, die vornehmlich Frauen ergreifen, würden oft geringere Gehälter gezahlt. Zudem arbeiteten Frauen häufiger in Teilzeit und seltener in Führungspositionen. Hierbei könnten auch Erwerbspausen zum Beispiel zur Kindererziehung eine Rolle spielen.

Auf EU-Ebene beträgt die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen 16,2 Prozent. Das teilte die EU-Kommission im Oktober mit. Frauen, die es ins Top-Management schaffen, können dagegen im Schnitt höhere Gehälter erzielen als ihre männlichen Kollegen. In Vorständen börsennotierter Firmen in Deutschland übertraf ihre direkte Vergütung 2017 laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY mit 2,1 Millionen Euro diejenige der Männer um knapp 17 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Januar 2019 um 11:00 Uhr.

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