Christian Lindner  | AFP

"Spiegel"-Bericht Lindner plant offenbar weitere Entlastungen

Stand: 08.08.2022 16:40 Uhr

Das Finanzministerium plant einem Bericht des "Spiegel" zufolge Milliarden-Entlastungen. Kernpunkte seien ein höherer Grundfreibetrag, ab dem Einkommen versteuert werden muss, und mehr Kindergeld.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) plant wegen der hohen Inflation offenbar Milliarden-Entlastungen vom kommenden Jahr an. Das berichtet der "Spiegel". Die Entlastungen sollen dem Bericht zufolge 2023 einen Umfang von 10,1 Milliarden Euro und im Jahr darauf von weiteren vier Milliarden haben.

Kernpunkte sind demnach die Anhebung des Grundfreibetrags, ab dem Einkommen versteuert werden muss, und eine Erhöhung des Kindergelds.

Grundfreibetrag steigt

Der Grundfreibetrag soll von derzeit 10.348 Euro auf 10.633 Euro im nächsten Jahr und 10.933 Euro im übernächsten steigen. Der Spitzensteuersatz, der bislang ab einem Einkommen von 58.597 Euro gezahlt werden muss, soll 2023 erst ab 61.972 Euro greifen, 2024 dann ab 63.521 Euro.

Mehr Kindergeld

Das Kindergeld soll vom nächsten Jahr an für die ersten drei Kinder auf jeweils 227 Euro steigen, ab dem vierten Kind ändert sich nichts. Im übernächsten Jahr soll es für die Kinder eins bis drei nochmals sechs Euro mehr geben. Minister Lindner will Einzelheiten zu den Entlastungsplänen zeitnah präsentieren, wie das Finanzministerium dem ARD-Hauptstadtstudio bestätigte.

Grenze für sehr hohe Einkommen bleibt

Nicht in vollem Umfang profitieren sollen dem "Spiegel" zufolge die höchsten Einkommen, auf die der sogenannte Reichensteuersatz von 45 Prozent gezahlt werden muss. Die Einkommensgrenze von 277.826 Euro soll nicht erhöht werden - das bedeutet, dass der Anteil des Einkommens über dieser Grenze nicht entlastet wird.

Für die Berechnung geht das Finanzministerium laut "Spiegel" von sechs Prozent Inflation in diesem Jahr und 2,5 Prozent im kommenden Jahr aus. Den größten Teil der Kosten für die geplanten Entlastungen sollen sich demnach Bund und Länder mit jeweils 42,5 Prozent teilen, die restlichen 15 Prozent sollen die Kommunen tragen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Juli 2022 um 06:00 Uhr.