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ARD-DeutschlandTrend Mehr als eine Delle für die Autobauer

Stand: 28.07.2017 00:00 Uhr

Die Enthüllungen über Betrug durch deutsche Autohersteller hinterlassen Spuren im Lack: Im ARD-DeutschlandTrend sprachen 38 Prozent der Befragten von verlorenem Vertrauen in die heimische Automobilindustrie. Sorgen bereitet den Deutschen auch die Entwicklung in der Türkei.

Kartellvorwürfe und Betrugssoftware - die deutschen Autohersteller machen derzeit regelmäßig Negativschlagzeilen.

Das geht auch an den Vebrauchern nicht spurlos vorbei. Mehr als jeder dritte Deutsche steht der deutschen Automobilindustrie inzwischen deutlich kritischer gegenüber: Im jüngsten ARD-DeutschlandTrend gaben 38 Prozent der Befragten an, durch die Vorgänge persönlich Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verloren zu haben. Immerhin 56 Prozent sagen, ihr Vertrauen habe keinen Schaden genommen.

Das ist ein größerer Vertrauensverlust als unmittelbar nach Bekanntwerden der VW-Dieselaffäre vor knapp zwei Jahren. Damals (Oktober 2015) gaben 31 Prozent der Befragten an, dass sie Vertrauen in die deutsche Automobilindustrie verloren hätten. 65 Prozent verneinten das damals.

Vertrauen in deutsche Automobilindustrie

Aussagen zu Türkei und deutsch-türkischem Verhältnis

Mehrheit für Sanktionen gegen Türkei              

Ein weiteres Thema beschäftigt die Deutschen derzeit: Angesichts der aktuellen Situation in der Türkei machen sich 81 Prozent der Befragten Sorgen um die Demokratie in dem Land. Im Vergleich zur Stimmung vor fünf Monaten sind das acht Prozentpunkte weniger.

Infolge der Verhaftung von mehreren Menschenrechtlern in der Türkei fordern 80 Prozent der Befragten, dass sich die Bundesregierung für wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land einsetzt. 16 Prozent sind anderer Meinung.

Auch dazu, welche Folgen das Vorgehen der türkischen Regierung für den Umgang mit Ankara in der Flüchtlingspolitik haben sollte, wurde im ARD-DeutschlandTrend gefragt. 45 Prozent der Bürger denken demnach, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel alles dafür tun sollte, das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei zu retten. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als bei der Befragung vor fünf Monaten. 47 Prozent der Bürger sind aktuell gegenteiliger Meinung.

Das Abkommen sieht im Wesentlichen vor, dass grundsätzlich alle, und zwar auch jene, die dem syrischen Bürgerkrieg über Griechenland zu entfliehen suchen, in die Türkei zurückgeschickt werden. Für jeden Syrer, der von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgebracht wird, soll ein anderer syrischer Flüchtling aus der Türkei in die EU umgesiedelt werden.

Sonntagsfrage: Union mit bestem Wert seit September 2015 

Bei der Sonntagsfrage gibt es zwei Monate vor der Bundestagswahl nur wenig Veränderung gegenüber dem ARD-DeutschlandTrend vom 6. Juli: Aktuell erhält die Union 40 Prozent der Wählerstimmen - ein Plus von einem Prozentpunkt und der beste Wert seit September 2015.

Die SPD kommt unverändert auf 23 Prozent, die Grünen verharren bei acht Prozent. FDP und die Linke verlieren jeweils einen Prozentpunkt und liegen nun ebenfalls bei jeweils acht Prozent der Stimmen. Die AfD würden neun Prozent der Bürger wählen.

Bilderstrecke

Die Ergebnisse vom 28. Juli 2017

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Dual Frame (Festnetz- und Mobilfunkstichprobe)
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl: 1004 Menschen
Erhebungszeitraum: 25. bis 26. Juli 2017
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Über diese Themen berichtete das ARD-Morgenmagazin am 28. Juli 2017 um 06:08 Uhr, um 06:36 Uhr und 06:37 Uhr.

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KOMMENTARE

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Schwarzbär 28.07.2017 • 08:06 Uhr

Na und?

Mag sein, dass die Deutschen weniger Vertrauen in ihre Autobauer haben. Aber was bringt die Erhebung? Wenn Sie auf dem Land leben und pendeln müssen, wenn die Bahn dauernd zu spät kommt, wenn eh alle Autobauer schummeln (Opel, PSA, Mitsubishi, Fiat,...) und andere noch gar nicht erwischt wurden... wird das nichts daran ändern, dass man weiterhin deutsche Autos kauft, ggf. wartet, bis mehr E-Autos auf den Markt kommen. Dennoch: Autos wird man weiterhin kaufen, wenn nicht dieses Jahr, bis sich die Diesel-Affäre aufklärt, dann eben nächstes Jahr. Natürlich ist das Ergebnis der Erhebung auch und gerade unter Einfluß der Anti-Diesel Kampagne zu bewerten, die die Medien insb. gegen VW führen. Wenn man heute einen Fehler in einer Baureihe findet, wäre das vor 30 Jahren vielleicht eine Meldung wert gewesen. Heute wird aus jedem Fund eine Schlagzeile, selbst dann, wenn die Firmen den Fund selbst anzeigten. Nicht zu vergessen, wilde Spekulationen über eine Abgasaffäre, die nicht bewiesen ist.