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ARD-DeutschlandTrend Angst vor Terror nicht gewachsen

Stand: 08.01.2015 22:39 Uhr

Die Hälfte der Deutschen hat Angst vor einem Terrorattentat, so der ARD-DeutschlandTrend nach dem Anschlag in Paris. Das ist weniger als im Oktober. Auch das Verständnis für "Pegida" nahm kaum zu. Die Bewegung profitiert aber von persönlicher Unsicherheit.

Von Ellen Ehni, WDR

Am Tag nach dem terroristischen Anschlag in Paris sind die Deutschen in der Frage gespalten, ob sie Angst vor einem terroristischen Anschlag haben: 49 Prozent fürchten, dass es auch in Deutschland in nächster Zeit einen Anschlag geben wird. Ebenfalls 49 machen sich diesbezüglich keine Sorgen.

Im ARD-DeutschlandTrend im Oktober waren es noch deutlich mehr Befragte, die einen Terroranschlag in nächster Zeit fürchten. Das überrascht erst einmal. Eine mögliche Erklärung: Die Ereignisse von Vortag sind noch sehr frisch. Wir haben schon oft festgestellt, dass sich aktuelle Entwicklungen erst mit Verzögerung in den Umfragen bemerkbar machen. Gleichzeitig gab es im Oktober eine in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsente Gefahrensituation mit dem Vormarsch der Terrorgruppierung "Islamischer Staat".

ARD-DeutschlandTrend zu der Angst vor einem Terroranschlag
tagesthemen 22:30 Uhr, 08.01.2015

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Auch die in den Medien geäußerte Vermutung, dass die "Pegida"-Bewegung durch das Pariser Attentat Zustrom erhalten könnte, zeichnet sich im aktuellen DeutschlandTrend bisher nicht ab. Waren es in unserer Befragung am Montag und Dienstag der Woche 21 Prozent, die Verständnis für die "Pegida"-Bewegung haben und 76 Prozent, die sie ablehnen, sind es am Tag nach dem Anschlag 22 Prozent, die Verständnis für "Pegida" haben. Die große Mehrheit, 72 Prozent, haben am Tag nach dem Anschlag kein Verständnis für die "Pegida"-Bewegung.

ARD-DeutschlandTrend zu dem Rückhalt gegenüber der "Pegida"-Bewegung
tagesthemen 22:30 Uhr, 08.01.2015

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Je größer die Unsicherheit, desto mehr Verständnis für "Pegida"

Der ARD-DeutschlandTrend hat sich auch mit den Motiven der "Pegida"-Demonstranten befasst: 62 Prozent der "Pegida"-Anhänger meinen, dass die Verhältnisse in Deutschland in der Vergangenheit unsicherer geworden sind. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sagen das nur 42 Prozent. Die Analyse einzelner Lebensbereiche zeigt: Je größer die Unsicherheit ist, desto eher gibt es Verständnis für "Pegida".

Deutschlandtrend Januar 2015
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Beurteilung der Sicherheit in Deutschland

Dabei spielt die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter und um die Stabilität der Gesellschaft eine besonders wichtige Rolle. Darüber hinaus vertreten sehr viele "Pegida"-Sympathisanten - 85 Prozent - die Auffassung, dass der Einfluss der Bürger auf die Politik zu gering ist. Unter allen Befragten sind 64 Prozent davon überzeugt.

Große Mehrheit befürchtet neue Euro-Krise

Im Vorfeld der Neuwahlen in Griechenland hat die Debatte über "Grexit" - also ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands - wieder an Fahrt aufgenommen. 80 Prozent der von Infratest Dimap für den ARD-DeutschlandTrend Befragten findet, die Bundesregierung solle sich dafür einsetzen, dass auch eine neue griechische Regierung den Sparkurs fortsetzt.

Für den Fall, dass das Land die Sparauflagen der internationalen Geldgeber nicht einhält, sprechen sich 61 Prozent dafür aus, dass Griechenland aus dem Euro austritt. Dieser Schritt wäre nach Einschätzung einer Mehrheit von 53 Prozent für den Rest von Europa wesentlich weniger dramatisch als noch vor einigen Jahren.

Gleichzeitig befürchten aber auch 61 Prozent der Deutschen, dass sich die Wirtschafts- und Finanzkrise in der Europäischen Union wiederholt.

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Ergebnisse des ARD-DeutschlandTrend vom 8. Januar 2015

Sorge vor neuer Wirtschafts- und Finanzkrise in der EU

Sorge vor neuer Wirtschafts- und Finanzkrise in der EU

Steinmeier weiter an der Spitze

In der Rangliste der Politiker behauptet Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier seine Spitzenposition: 72% der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden, zwei Punkte mehr als im Vormonat. Bundeskanzlerin Angela Merkel gewinnt gleich vier Punkte hinzu und kommt auf 71 Prozent.

steinmeier
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Außenminister Steinmeier (SPD) hält weiterhin die Spitzenposition.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel konnte ihre Position auf 71 Prozent ausbauen.

Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble verbessert sich um drei Punkte auf 65 Prozent. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verschlechtert sich hingegen um einen Punkt auf 46 Prozent; Innenminister Thomas de Maizière um zwei Punkte auf 44 Prozent. Mit ihm zieht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit 44 Prozent gleich und verbessert sich um fünf Punkte.

Wenig Bewegung gibt es bei der Sonntagsfrage: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die Union einen Punkt gewinnen und käme auf 41 Prozent, die SPD bliebe bei 26 Prozent. Die Grünen kämen auf zehn Prozent, die Linke auf acht und die Alternative für Deutschland auf sechs. Alle drei verlören jeweils einen Punkt. Die FDP würde sich um einen Punkt auf drei Prozent verbessern.

Deutschlandtrend Januar 2015: Sonntagsfrage
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Sonntagsfrage

ARD-Deutschlandtrend: Januar 2015
C. Schabosky, ARD Berlin
09.01.2015 11:30 Uhr

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Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung ab 18 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)
Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI)***
Fallzahl: 1006 Befragte
Sonntagsfrage: 1506 Befragte
Fragen zu Anschlag in Paris und Terrorgefahr: 500 Befragte
Erhebungszeitraum: 05. bis 06. Januar 2015 / Sonntagsfrage: 05. bis 07. Januar 2015 / Fragen zu Anschlag in Paris und Terrorgefahr: 08. Januar 2015
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
bei 500 Befragten: 1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
*bei einem Anteilswert von 5 Prozent **bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Vertrauen in die FIFA? Fast 90 Prozent der Deutschen schütteln da nur mit dem Kopf. Korruption sei im Fußballweltverband weit verbreitet. Außerdem im ARD-DeutschlandTrend: Mehr Verständnis für Kita-Mitarbeiter als für Lokführer. Und: die FDP kämpft sich zurück.

Das Image des Weltfußballverbands FIFA bei den Deutschen ist denkbar schlecht: nur 5 Prozent sagen vor dem Hintergrund der Bestechungsaffäre, sie würden großes oder sehr großes Vertrauen in den Verband haben - 89 Prozent hingegen haben gar kein oder nur wenig Vertrauen in die FIFA. Das hat eine Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend ergeben.

Der angekündigte Rücktritt von Sepp Blatter ist für die Deutschen folgerichtig: In der Montag und Dienstag realisierten Umfrage gaben 83 Prozent der Deutschen an, dass der FIFA-Chef die Verantwortung für die Verfehlungen seiner Funktionäre übernehmen und zurücktreten sollte. Zugleich meinten 71 Prozent der Befragten, dass es nur ohne Blatter Veränderungen im System FIFA geben kann.

Vergangene Woche wurden sieben Funktionäre des Weltfußballverbands wegen Korruptionsverdachts festgenommen. Dass es sich dabei um Einzelfälle handeln könnte, glauben nur 6 Prozent der Deutschen. Eine sehr deutliche Mehrheit von 82 Prozent meint, dass bei der FIFA systematisch bestochen wurde. Der angekündigte Rücktritt von Blatter ist also für sie eine Bedingung für Verbesserungen im System - er reicht aber allein nicht aus, um mehr Transparenz zu erreichen.

Der Streik in den kommunalen Kitas dauerte mehr als drei Wochen an, doch bei den Deutschen stieß der Arbeitskampf auf eine breite Zustimmung: 69 Prozent der Bundesbürger hielten den Streik für gerechtfertigt, 29 Prozent hingegen hatten kein Verständnis für den Ausstand. Zum Vergleich: Bei der Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gab im Monat Mai nur eine Minderheit von 46 Prozent an, Verständnis für den Bahnstreik zu haben. Das Verständnis für den Kita-Streik fällt also deutlich höher aus.

Ein Grund für die breite Zustimmung dürfte sein, dass viele Bürger die Bezahlung der Kita-Mitarbeiter für zu niedrig halten. Ausgehend von einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst von rund 2500 Euro brutto erklären nur 3 Prozent der Befragten, dass dies zu gut bezahlt sei. 41 Prozent meinen, diese Bezahlung sei angemessen. Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten findet jedoch, dass die Erzieherinnen und Erzieher zu schlecht bezahlt werden.

Die Rangliste der beliebtesten Politiker führt weiterhin Außenminister Frank-Walter Steinmeier an: 74 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden, keine Veränderung im Vergleich zum Vormonat. Auf Platz zwei folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit 69 Prozent (+1), Angela Merkel verliert vier Punkte und landet mit 66 Prozent Zustimmung auf dem dritten Platz. Platz vier belegt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit 48 Prozent (-5), der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Gregor Gysi, bleibt stabil bei 45 Prozent. Mit der Arbeit von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sind 41 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (-3); Innenminister Thomas de Maizière kommt auf 40 Prozent Zustimmung (+2), Arbeitsministerin Andrea Nahles auf 36 Prozent (-5).

Bei der Sonntagsfrage kann die FDP leicht zulegen: Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Liberalen auf 6 Prozent - das sind zwei Punkte mehr als im Vormonat. Diesen Wert erreichte die FDP zuletzt vor mehr als vier Jahren. Ansonsten bleiben vier Parteien unverändert. Die Union mit 40 Prozent, die SPD mit 25 Prozent, die Grünen mit 10 und die Linke mit 9 Prozent. Nur die Alternative für Deutschland verschlechtert sich um einen Punkt auf 5 Prozent.

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