Mediziner und Pfleger versorgen einen an Covid-19 erkrankten Patienten in einem Zimmer des besonders geschützten Teils der Intensivstation des Universitätsklinikums Greifswald. | Bildquelle: dpa

RKI meldet Höchstwert 952 Corona-Todesfälle in Deutschland

Stand: 16.12.2020 08:56 Uhr

Die deutschen Gesundheitsämter haben 952 neue Corona-Todesfälle und 27.728 Neuinfektionen gemeldet - inklusive möglicher Nachmeldungen der Vortage. Ein Lichtblick: Gesundheitsminister Spahn kündigte für die kommende Woche Impfungen an.

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 952 neue Todesfälle übermittelt, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Außerdem wurden 27.728 Neuinfektionen verzeichnet. In den Zahlen könnten laut RKI aber auch nachgemeldete Zahlen aus Sachsen enthalten sein, die in den Daten von Dienstag noch gefehlt hatten.

Vor einer Woche waren 20.815 Neuinfektionen und 590 Todesfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet worden. Die bisherigen Höchstwerte von 29.875 gemeldeten Fällen und 598 Toten waren am Freitag erreicht worden.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, liegt nun bei 23.427. Laut RKI werden als Corona-Todesfälle diejenigen gezählt, bei denen die Infektion mit dem Virus ursächlich für den Tod war oder durch Vorerkrankungen wahrscheinlich ist, dass der Tod im direkten Zusammenhang mit dem Coronavirus steht.

Höchstwert bei Sieben-Tage-Inzidenz

Die bei der Beurteilung der Corona-Lage wichtige Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 179,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ebenfalls einen neuen Höchstwert. Die fehlenden Daten aus Sachsen beeinflussten den Wert nur geringfügig, hieß es vom RKI.

Um die Pandemie einzudämmen, hat in Deutschland heute ein harter Lockdown begonnen. Abgesehen von Lebensmittelläden und anderen Geschäften für den täglichen Bedarf ist der Einzelhandel nun vorerst bis zum 10. Januar geschlossen, auch Schulen und Kitas bleiben weitgehend zu.

Zudem kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an, dass in Deutschland nächste Woche mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen werden könne. Demnach werde ein erster Impfstoff noch vor Heiligabend in der EU zugelassen. Danach könne man innerhalb von zwei bis vier Tagen mit dem Impfen beginnen, sagte Spahn am Dienstagabend in den tagesthemen.

In Deutschland seien die Impfzentren und Impfstrukturen bereits einsatzbereit. In einem ersten Schritt könnten nach der Zulassung "um die 400.000 Dosen ausgeliefert werden", so Spahn. Pro Person werden zwei Dosen benötigt.

Einschränkungen noch bis weit ins nächste Jahr

Dennoch rechnet Spahn damit, dass die Einschränkungen noch bis weit ins nächste Jahr hinein bestehen bleiben werden. "Nur weil wir mit dem Impfen beginnen, sehr zeitnah jetzt nach Weihnachten, heißt das nicht, dass damit auch alle Regeln nicht mehr notwendig wären", sagte Spahn im Interview mit den Fernsehsendern RTL und ntv.

Erst mit dem Erreichen einer Impfquote von 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung seien auch weitere Lockdowns auszuschließen. Die ersten "fünf Millionen Impfungen" würden dazu nicht ausreichen. Ab dem Sommer können wir Zug um Zug in die Normalität zurückkehren", so Spahn.

Auch der Vorsitzende des Weltärtzebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet, dass der Lockdown in Deutschland über den 10. Januar hinaus verlängert wird. Modellrechnungen zeigten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz frühestens ab Ende Januar unter den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner sinken werde, sagte Montgomery der Funke Mediengruppe. Die Bürger müssten sich daher noch bis Ostern auf verschiedene Lockdown-Maßnahmen einstellen.

So viele Covid-Tote wie nie - Lockdown begonnen
Georg Schwarte, ARD Berlin
16.12.2020 06:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.

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