Corona Test in Hamburg | dpa

Coronavirus in Deutschland 300.000 Fälle und kein Ende in Sicht

Stand: 05.10.2020 17:02 Uhr

Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland mehr als 300.000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch am Sonntag kamen viele neue Fälle hinzu. Nächste Woche will das Corona-Kabinett weitere Maßnahmen bekanntgeben.

Ende Januar wurde beim Autozulieferer Webasto der erste Corona-Fall in Deutschland gemeldet. Inzwischen hat das Virus eine weltweite Pandemie ausgelöst - mit nun mehr als 300.000 positiv getesteten Menschen in der Bundesrepublik.

Das Robert Koch-Institut meldete 1382 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Wie zuletzt lag der Tageswert wegen der schleppenden Meldung der Gesundheitsämter am Wochenende verhältnismäßig niedrig. Vergangene Woche hatte das RKI teils mehr als 2600 Neuinfektionen gemeldet.

Die Zahl der Toten stieg nach Angaben des Instituts um fünf auf jetzt 9534. Wie viele Menschen die Infektion überstanden haben, wird vom RKI nur geschätzt. Aktuell liegt der Wert bei 263.700.

Wie entwickeln sich die Fallzahlen? Darüber gibt der R-Wert eine Auskunft. Für Sonntag gibt ihn das RKI mit 1,23 an (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Neue Maßnahmen sollen am 15. Oktober bekanntgegeben werden

Bei der heutigen Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts beriet Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den zuständigen Fachministern über das Pandemie-Geschehen. Es ging um die Umsetzung der Beschlüsse des jüngsten Bund-Länder-Gipfels zur Eindämmung der Pandemie, wie etwa Einreiseregelungen. Konkrete Entscheidungen wurden aber noch nicht gefasst. Erst in der kommenden Woche soll es Gewissheit über die genaue Ausgestaltung neuer Maßnahmen im Kampf gegen das Virus geben. "Die nächste Woche wird erhebliche Veränderungen und Beschlüsse bringen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert im Anschluss an die Beratungen. "Zielpunkt" sei der 15. Oktober, wenn die neuen Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Bund und Länder hatten zuvor an die Bürger appelliert, in Risikogebieten keinen Urlaub zu machen. Für Rückkehrer aus diesen Ländern soll ab Mitte Oktober eine neue Quarantäneregelung gelten. Die Details müssen noch festgelegt werden. Bislang ist geplant, dass die Quarantäne durch einen Test erst ab dem fünften Tag nach der Rückkehr beendet werden kann.

Vor zu viel Optimismus mit Blick auf die Infektionslage warnte im Bericht aus Berlin der Bundesfinanzminister. Er wolle keine allzu großen Hoffnungen schüren, die Corona-Krise in Deutschland könnte in absehbarer Zeit vorbei sein, sagte Olaf Scholz. "Es wird noch dauern." Selbstverständlich würden alle Möglichkeiten ausprobiert, um Beschränkungen lockern zu können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Oktober 2020 um 10:00 Uhr.